Schnell vor einer Operation abgefasstes Testament bleibt nach geglückter Behandlung wirksam

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Wer kurz vor einer gefährlichen OP ein Testament abfasst für den Fall, dass er die Behandlung nicht überlebt, stellt die Erbeinsetzung nicht zwangsläufig unter eine Bedingung.

Eine Erblasserin litt an Leukämie, weshalb sie sich einer Biopsie unterziehen musste. Aus Angst, den Eingriff nicht zu überleben, verfasste sie kurz vor dem Eingriff ein Testament. Darin legte sie Folgendes fest: Sollte heute bei diesem Eingriff etwas passieren und ich nicht mehr aufwachen, vermache ich mein ganzes Vermögen meinem Lebensgefährten. Dieses ist mein letzter Wille. Der Eingriff verlief ohne Komplikationen. Die Erblasserin verstarb allerdings kurze Zeit später.

Als der Lebensgefährte den Erbschein beantragte, traten die Schwester sowie die Neffen und Nichten der Verstorbenen auf den Plan. Es kam zum Rechtsstreit, den das Oberlandesgericht Düsseldorf zugunsten des Lebensgefährten entschied.

Das Gericht kam zu dem Ergebnis, die Formulierung Sollte heute bei diesem Eingriff etwas passieren und ich nicht mehr aufwachen müsse ausgelegt werden. Es komme darauf an, ob die Verstorbene ihren Lebensgefährten nur dann als ihren Erben einsetzen wollte, wenn bei diesem konkreten Eingriff etwas passiert, oder generell. Das Gericht entschied sich aufgrund der Gesamtumstände für Letzteres (OLG Düsseldorf, Urteil vom 18.8.2015, I-3 Wx 191/14 ).

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