Ehrenamtliche Kampfrichtertätigkeit unterliegt nicht dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung

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Die Witwe eines tödlich verunglückten Speerwurfkampfrichters hat keinen Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Die ehrenamtliche Tätigkeit ist nicht geschützt.

Der 74-jährige verunglückte Ehemann war lizensierter Kampfrichter für Leichtathletikwettkämpfe. Während eines Speerwurfwettkampfes wurde er durch einen Speerwurf tödlich getroffen. Er ging, als der Speer noch in der Luft war, auf die Stelle zu, an der er den Aufprall erwartete. Die gesetzliche Unfallversicherung lehnte die Zahlung ab.

Zurecht – entschied das Sozialgericht Düsseldorf. Der Unfall zähle nicht zu den von der gesetzlichen Unfallversicherung geschützten Sachverhalten. Ein Arbeitsunfall scheide aus, weil der Mann weder in einem Beschäftigungsverhältnis gestanden, noch im öffentlichen Auftrag gehandelt habe. Ebenso wenig war er ein freiiwillig versichertes Mitglied der Unfallversicherung. Er sei auch kein sogenannter Wie-Beschäftigter einem Beschäftigten gleichzustellen gewesen.

Zum einen sei er ehrenamtlich als Kampfrichter tätig gewesen und habe lediglich eine geringe Aufwandsentschädigung bekommen. Zum anderen gebe es keine professionalisierten Kampfrichter bei Leichtathletiksportfesten. Zudem habe es dem Mann freigestanden, an bestimmten Wettkämpfen teilzunehmen. Selbst die besondere Gefährlichkeit der Tätigkeit begründet nach Ansicht des Gerichts keinen Unfallversicherungsschutz. Letztlich beruhe die ehrenamtliche Tätigkeit auf der Liebe zum Sport und sei daher eher eine Freizeitbeschäftigung (SG Düsseldorf, Urteil vom 17.3.2015, S 1 U 163/13 ).

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