Beerdigung muss binnen 96 Stunden nach dem Tod erfolgen

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Die Witwe einer ehemals exponierten Persönlichkeit wollte Gäste aus aller Welt zur Beerdigung ihres Mannes einladen. Die Vorbereitungen dafür dauerten aber zu lange, länger als eine Leiche konserviert werden darf.

Die Stadt Nürnberg hatte einer Witwe untersagt, den Leichnam ihres verstorbenen Mannes mit chemischen Stoffen konservieren zu lassen. Die Stoffe würden den Zersetzungsprozess des Leichnams hemmen. Die Witwe wollte ihren Ehemann – eine zu Lebzeiten recht exponierte Persönlichkeit – besonders würdevoll beerdigen. Es sollten zahlreiche Verwandte und Freunde des Verstorbenen aus aller Welt anreisen. Eine Beisetzung innerhalb der regulären gesetzlichen Bestattungsfrist von 96 Stunden nach Todesfeststellung war daher nicht möglich. Die Witwe ging von einer Vorbereitungszeit von ca. vier Wochen ab dem Todeszeitpunkt aus.

Die Stadt Nürnberg wollte keine Ausnahme dann machen. Auf den Friedhöfen sei der Einsatz von chemischen Stoffen verboten. Zudem bestünde eine umweltgefährdende Wirkung durch die chemischen Stoffe auf Böden und Gewässer. Das Einfrieren des Leichnams mit dem Ziel einer viel späteren Bestattung scheide aus Gründen der Pietät aus.

Der Eilantrag der Witwe beim Verwaltungsgericht Ansbach wurde zurückgewiesen. Das Gericht entschied, dass die Würde des Verstorbenen und das sittliche Empfinden der Allgemeinheit es gebieten würden, die Bestattung nicht noch weiter als gesetzlich vorgesehen hinauszuzögern. Der Witwe könne und müsse es zugemutet werden, die Trauerfeier zu einem anderen Zeitpunkt abzuhalten als die eigentliche Bestattung (VG Ansbach, Urteil vom 30.3.2016, AN 4 S 16.00522 ).

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