Notizbuchtestament von Bruder der Ex-Kaiserin Soraya zugunsten seines Chauffeurs ist wirksam

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Im Streit um das Millionen-Erbe der einstigen persischen Kaiserin Soraya ging der Chauffeur des Bruders der Kaiserin als Gewinner hervor. Das Oberlandesgericht Köln hält eine Notiz des Bruders, die er wenige Stunden vor seinem Tod angefertigt hatte, für ein wirksames Testament.

Ex-Kaiserin Soraya Esfandiary Bakthiary war Ende Oktober 2001 in Paris verstorben. Alleinerbe war ihr unverheirateter und kinderlose Bruder Fürst Bijan Esfandiary. Dieser verstarb wenige Tage nach dem Tod seiner Schwester am 2.11.2001. In dem Prozess ging es darum, ob das auf den 1.11.2001, 23:15 Uhr, datierte Papier ein wirksames Testament zugunsten seines Chauffeurs ist.

Dass das Verfahren in Köln geführt wurde, beruht darauf, dass die Ex-Kaiserin mit deutsch-persischen Wurzeln kurz vor ihrem Tod die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen und der Bruder seinen letzten Wohnsitz in Köln hatte.

Die Kölner Richter meinten, ja. Bei dem kurzen Text, der in einem Notizbuch des Verstorbenen enthalten war, handele es sich nicht nur um einen Entwurf, sondern um ein rechtlich verbindliches, mit Testierwillen verfasstes Dokument, das auch tatsächlich vom Verstorbenen stamme.

Die Wortwahl sowie der Umstand, dass der Text eigenhändig unterschrieben worden ist, zeigen, dass der Bruder eine verbindliche Erklärung abgeben wollte. Vermerke in einem privaten Notizbuch würden schließlich normalerweise nicht wie hier geschehen mit einer Unterschrift versehen. Dies gelte gerade vor dem Hintergrund, dass der Erblasser sonst grundsätzlich nicht selbst geschrieben, sondern sich für seinen Schriftverkehr dritter Personen bedient habe (OLG Köln, Beschluss vom 22.2.2016, Az. 2 Wx 12/16).

Auch wenn es nicht um ein märchenhaft großes Vermögen geht, kann ein Notizbuchtestament Anlass zu einer Erbstreitigkeit sein. Deshalb ist es immer besser, als Erblasser den Letzten Willen in einer Weise zu Papier zu bringen , die keinen Zweifel am Testierwillen aufkommen lässt. Ein ordentliches Briefpapier, das mit Mein Testament überschieben ist, überzeugt die Beteiligten leichter.

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