Nachtrag auf Testament ohne richtige Unterschrift zählt nicht

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Wer ein eigenhändiges Testament verfasst, sollte unbedingt die strengen Formvorschriften einhalten. Andernfalls ist die letztwillige Verfügung nichtig. Und es passiert, was nicht passieren sollte: Die gesetzliche Erbfolge tritt ein.

Eine Erblasserin verfasste und unterschrieb vor ihrem Tode eigenhändig ein Testament, in dem sie jemanden als Vermächtnisnehmer  für ihren "Hausstand" einsetzte. Unterhalb der Unterschrift fügte sie einen weiteren Satz hinzu. Darin erklärte sie, dass der Vermächtnisnehmer auch  "mein Konto" bekommen sollte. Diesen Zusatz unterzeichnetete sie handschriftlich mit der Abkürzung "D.O."

Das Oberlandesgericht Celle erklärte diese weitere Verfügung bereits wegen eines Formfehlers für nichtig.  Denn eine letztwillige Verfügung muss von Gesetzes wegen eigenhändig geschrieben und unterschrieben sein. Die Unterschrift soll den Vor- und Nachnamen des Erblassers enthalten. Eine andere Art der Unterschrift reicht nur aus, wenn an der Urheberschaft und Ernstlichkeit keine Zweifel bestehen.

Das war hier nicht der Fall.  "D.O." ist selbst dann nicht eindeutig, wenn man darin die Abkürzung für "Die Obengenannte" sehen könnte. Die Identifikation der Erblasserin ist damit nicht einwandfrei möglich.

Darüber hinaus war dem Gericht die Verfügung "mein Konto" zu unbestimmt. Die Frau verfügte nämlich über zwei Konten (OLG Celle, Urteil vom 22.9.2011, Az. 6 U 117/10).

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