Erblasser darf  Zeit- und Ortangaben nachträglich in Testament einfügen

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Ort- und Zeitangaben sind zwar bei der Errichtung eines handschriftlichen Testamentes nicht erforderlich, aber aus Beweisgründen sinnvoll. Dabei ist es nicht einmal schädlich, wenn Sie diese Angaben noch nachholen.

Ein im Jahr 2007 verstorbener Mann hatte im Laufe der Zeit drei handschriftliche Testamente errichtet. Das erste verfasste er zugunsten seiner erheblich jüngeren Frau im Jahre 1989. Kurze Zeit später setzte er seinen Neffen zum  Alleinerben ein, weil ihn seine Frau verlassen hatte. Im Jahr 1997 setzte er erneut seine Frau zur Alleinerbin ein. Allerdings waren die Zeit- und Ortsangabe erst nachträglich und mit einem anderen Kugelschreiber in den Text eingefügt worden.

Die Witwe beantragte einen Alleinerbschein. Der Neffe focht das Testament an. Das Oberlandesgericht München gab der Witwe Recht. Ein graphologisches Gutachten hatte ergeben, dass das Testament in allen Teilen zweifelsfrei aus der Feder des Erblassers stammte.

Allein die Tatsache, dass die Zeit- und Ortsangabe später eingefügt worden sind, macht ein handschriftliches Testament nicht unwirksam, solange diese Angaben vom Erblasser herrühren (OLG München, Beschluss vom 28.7.2009, 31 Wx 28/09).

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