Bei Nottestament besondere Formvorschriften unbedingt einhalten

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Liegt ein Mensch im Sterben, ohne dass er zuvor ein Testament gemacht hat, kann er dies noch nachholen - durch das sogenannte Nottestament. Das geht sogar, wenn er nicht einmal mehr selbst unterschreiben kann. Das Gesetz verzichtet hier auf die sonst so strengen formalen Anforderungen an Testamente. Dafür sind aber die formalen Anforderungen des Nottestamentes unbedingt einzuhalten. Andernfalls ist es unwirksam.

Ein Mann hatte nach Einschätzung der behandelnden Ärzte nur noch wenige Stunden zu leben. Seine Frau setzte deshalb am PC ein Testament auf, das sie zu Alleinerbin einsetzte. Eine Ärztin las dem Todgeweihten das Testament jedoch nicht wörtlich vor, sondern schilderte ihm im Beisein von zwei Krankenschwestern den Testamentsinhalt sinngemäß. Der sterbenskranke Mann, die Ärztin und die Schwestern unterschrieben daraufhin das Testament. Der Patient starb am nächsten Tag.

Die böse Überraschung kam erst, als die Ehefrau den Erbschein beantragte und das Nachlassgericht nicht mitmachen wollte. Denn das erkannte das Nottestament nicht an.

Das Beschwerdegericht bestätigte die Entscheidung. Begründung: Diree Ärztin habe nur mit eigenen Worten den Testamentsinhalt wiedergegeben. Der Erblasser hatte den Text letztlich nicht durch seine Unterschrift genehmigt.

Dies ist aber der zentrale Punkt bei einem Nottestament. Andernfalls weiß nämlich der Erblasser nicht genau, was er inhaltlich durch seine Unterschrift erklärt hat. Nur durch wörtliches Vorlesen des Textes erfährt er den authentischen Inhalt. Darauf kann auch in einfach gelagerten Fällen nicht verzichtet werden, da gerade bei dieser Testamentsform erleichterte Formbedingungen gelten (LG Nürnberg-Fürth, Beschluss vom 12.8.2008, 7 T5033/08).

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