Wenn Erben leer ausgehen: Wie Sie eine unwirksame Schenkung wirksam machen können

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Hat Ihnen jemand eine Vollmacht erteilt, die über den Tod hinaus gilt, können Sie nach seinem Tod von seinem Konto Geld abheben. Hat er Ihnen zu Lebzeiten das Geld bereits geschenkt, dürfen Sie es auch behalten.

Ein Mann lebte 35 Jahre mit seiner Lebensgefährtin zusammen. Diese pflegte ihn über einen längeren Zeitraum, bevor er schließlich starb. Er hinterließ drei Brüder als seine Erben. Seiner Lebensgefährtin hatte er eine umfassende Vorsorgevollmacht erteilt. Diese ging so weit, dass sie auch Bankgeschäfte zu ihren Gunsten tätigen durfte. Nach seinem Tod hob sie rund 31.000 € ab. Sie gab an, ihr langjähriger Lebensgefährte habe ihr schon zu Lebzeiten das Geld geschenkt. Die Brüder dagegen verlangten das Geld zurück, da sie die Erben seien.

Das Landgericht Aachen entschied zu Gunsten der Lebensgefährtin. Es sah als erwiesen an, dass der Mann ihr das Geld zu Lebzeiten geschenkt hatte. Angesichts der langjährigen Lebensgemeinschaft und der Tatsache, dass sie ihn über einen längeren Zeitraum hinweg gepflegt hat, ist ein Geldgeschenk dieser Größenordnung auch nachvollziehbar.

Zwar fehlt hier eine grundsätzlich erforderliche notarielle Beurkundung der Geldschenkung. Aber dieser Formfehler wird dadurch geheilt, dass die Frau das Geld abgehoben und ihrem eigenen Vermögen zugeführt hat (vgl. § 518 Abs. 2 BGB) - das heißt, in diesem Moment wird die zunächst unwirksame Schenkung wirksam. Denn die Schenkung selbst fand noch zu Lebzeiten statt.

Aufgrund der Vollmacht war die Frau dann in der Lage, die Schenkung an sich selbst auch zu vollziehen, indem sie als Bevollmächtigte ihres Lebensgefährten das Geld von seinem Konto abhob - so als hätte ihr Lebensgefährte das selbst getan (LG Aachen, Urteil vom 22.3.2013, 9 O 387/12 ).

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