Sparguthaben im Testament meint nicht das Guthaben auf dem Girokonto

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Der Begriff Sparguthaben wird im Allgemeinen nicht für Gelder verwendet, die auf einem Girokonto liegen. Das gilt auch bei der Auslegung eines nicht eindeutigen Testaments.

Eine Erblasserin hinterließ ein Festgeldkonto mit einem Guthaben von knapp 55.000,00 €. Daneben gehörte ein Girokonto mit einem Guthabenbetrag von ca. 2.000,00 € zum Nachlass. Nach ihrem Tod stritten ihre Kinder mit den anderen Erben um die Auslegung des Testaments der Frau. Ihr Sparguthaben mit der Konto Nr. ... sollte zu gleichen Teilen an ihre Kinder vgehen. Die im Testament genannte Kontonummer war allerdings die ihres Girokontos. Die Kinder waren aber der Überzeugung, ihre Mutter könne mit Sparkonto nur das Festgeldkonto gemeint haben.

Das Oberlandesgericht München schloss sich der Meinung der Kinder an. Denn nach allgemeinem Sprachgebrauch fallen unter den Begriff Sparguthaben Gelder, die angespart werden. Gelder, die im laufenden Zahlungsverkehr verwendet werden, befinden sich dagegen auf dem Girokonto. Damit stand für das Gericht fest, dass nur das Festgeldkonto gemeint gewesen sein konnte.

Hinzu kam allerdings, dass das Festgeldkonto der Erblasserin bei derselben Bank eine fast identische Kontonummer hatte (OLG München, Urteil vom 14.5.2014, 7 U 2983/13 ).

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