Tod, Erben und Testament
Rechtzeitig die letzten Dinge regeln

Tod, Erben und Testament

„Wer nicht heiratet oder erbt, bleibt arm, bis er stirbt“. Damit Ihnen und Ihren Angehörigen das nicht passiert, sollten Sie es nicht dem Zufall überlassen, wer Sie beerbt bzw. was Sie erben.

Denn haben Sie kein Testament gemacht, tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Die eigenen Kinder − auch die adoptierten, nicht dagegen die Stiefkinder − stehen dabei neben dem Ehepartner, soweit vorhanden, an erster Stelle. Das gilt seit 1998 sogar für nichteheliche Kinder. Deren Erbrecht ist identisch mit dem der ehelichen Kinder.

Oft machen gerade Ehegatten kein Testament, weil sie irrtümlich glauben, der Überlebende werde ohnehin alles erben, zumindest wenn keine Kinder vorhanden sind. Das kann fatal ausgehen, wenn Geschwister da sind. Denn die erben neben dem Ehepartner.

Ganz andere Probleme bringen missliebige Verwandte mit sich. Denn so sehr, wie es Ihnen vielleicht widerstrebt, können Sie nicht verhindern, dass diese, soweit sie pflichtteilsberechtigt  Das Pflichtteilsrecht ein gesetzliches „Noterbrecht“sind, also in erster Linie Kinder und Ehegatten, nicht völlig leer ausgehen lassen.

Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie die Berechnung des Pflichtteils erfolgt, insbesondere wenn schon zu Lebzeiten Schenkungen und andere Zuwendungen stattgefunden haben. Denn diese werden angerechnet, soweit sie noch keine 10 Jahre zurückliegen.

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Was tun, wenn letztwillige Verfügungen anfechtbar sind?

Wenn jemand stirbt und ein Testament oder Erbvertrag hinterlassen hat, gibt es oft lange Gesichter, bei denen, die leer ausgegangen sind. Da stellt sich schnell die Frage, ob beim Abfassen des Testament oder Erbvertrages alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

Tatsächlich gibt es verschieden Gründe, warum ein eine letztwillige Verfügung unwirksam oder gar nichtig ist. Am häufigsten sind formale Fehler.

War zum Beispiel der Erblasser nicht testierfähig, weil an fortschreitender Demenz erkrankt, ist die Verfügung anfechtbar. Das Testament ist unwirksam, es tritt die gesetzliche Erbfolge ein.

Aber auch in Fällen, in denen der Erblasser über wesentliche Dinge im Irrtum war, wie zum Beispiel Pflichtteilsansprüche, liegt ein Anfechtungsgrund vor. Dasselbe gilt im Fall der Erbunwürdigkeit.

Die Frist für die Anfechtung beträgt ein Jahr, nachdem der Anfechtungsgrund bekannt geworden ist.

Alles in allem empfiehlt es sich beizeiten ein Testament zu machen. Dazu braucht man keinen Notar. Mit der richtigen Vorlage geht das sehr gut auch handschriftlich, wenn es sich nicht gerade um eine komplizierte Fallkonstellation handelt.

Allerdings müssen Sie hier unbedingt die gesetzlichen Formvorschriften beachten. Das gilt sowohl für das gemeinschaftliche Testament als auch für Einzeltestamente. Andernfalls erreichen Sie das Gegenteil von dem, was Sie wollten: Es tritt die gesetzliche Erbfolge ein. So bedeutet handschriftlich wirklich handschriftlich - von der ersten bis zur letzten Zeile. Und: Ort, Datum und Unterschrift nicht vergessen!

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Ein Erbverzicht will gut überlegt sein

Der Erbverzicht, nicht zu verwechseln mit der Erbauschlagung, ist eine Möglichkeit, zu Lebzeiten des Erblassers mit einer erbberechtigten Person eine Vereinbarung zu treffen, mit der diese auf ihr Erbrecht verzichtet.
Der Verzichtende wird so behandelt, als hätte er zum Zeitpunkt des Erbfalls nicht gelebt. Der Erbverzichtsvertrag muss notariell beurkundet werden.
Meistens steht dem Verzicht eine Gegenleistung des Erblassers gegenüber. Dies kann rechtlich zu Problemen führen, nämlich dann, wenn die Abfindungsvereinbarung unwirksam ist. In diesem Fall ist der der Erbe an den Verzicht gebunden ist, erhält aber keine Abfindung.
Daher sollten Erbverzicht und Abfindungsvereinbarung verknüpft werden. Dies geschieht am besten so, dass der Erbverzicht erst mit Erhalt der Abfindung wirksam wird.
Verzichtet der Erbe auf das gesetzliche Erbrecht, dann ist in der Regel das Pflichtteilsrecht mit eingeschlossen. Soll er jedoch den Pflichtteilsanspruch behalten, bedarf dies ...mehr

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Vermögensübertragung durch Schenkung - eine Alternative zum vererben

Wer sein Vermögen lieber mit warmen statt mit kalten Händen, also durch Schenkung zu Lebzeiten, auf seine Erben übertragen möchte, sollte zunächst wissen, was das Erbrecht unter einer Schenkung versteht.

Eine Schenkung ist ein Vertrag zwischen dem Schenker und dem Beschenkten, wobei sich beide einig sind, dass ein Vermögenswert unentgeltlich übertragen wird.

Um Risiken, die mit der Schenkung zusammenhängen wie zum Beispiel eine spätere Verarmung des Schenkers, zu begrenzen, können und sollten im Schenkungsvertrag entsprechende Absicherungen getroffen werden. Denkbar ist hier, dass sich der Schenker die Nutzungen (z.B. ein Wohnrecht) an dem Geschenk zu Lebzeiten sichert.

Zu bedenken ist auch, dass die Kinder des Schenkers, für das, was sie als Ausstattung erhalten haben, gegenüber den anderen Erben ausgleichspflichtig sein können...mehr


Welches Testament konkret für Sie infrage kommt, hängt natürlich von Ihrer individuellen Lebenssituation ab. Da ist es gut zu wissen, mit welcher Formulierung man was bewirkt. So können Sie zum Beispiel mit der sogenannten Pflichtteilsklausel verhindern, dass allzu geldgierige Kinder ihren Anteil an der Erbschaft zu früh verlangen.

Aber auch als Erbe ist man gefordert. Gleich ob Sie gesetzlicher oder testamentarischer Erbe geworden sind, in vielen Fällen müssen Sie beim Nachlassgericht einen Antrag auf Erbschein stellen.