Wer in den falschen Fernreisebus steigt, ist selbst schuld

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Wer mit einem Fernreisebus verreist, sollte genau aufpassen, in welchen Bus er einsteigt. Denn wer den falschen Bus nimmt, bleibt auf sämtlichen Kosten sitzen. Eine Pflicht, den falschen Einstieg zu verhindern, besteht nicht.

Ein Ehepaar aus Lüdenscheid buchte online bei einem Fernbusunternehmen Tickets für eine Fernbusreise von Hamburg nach Hagen und zurück zum Preis von jeweils 15,00 €. Als es die Rückfahrt antreten wollte, zeigte es dem Busfahrer die Fahrkarte und stieg in den Bus ein.

Beim Zwischenstopp in Hannover, erkundigte sich der Ehemann beim Fahrer, wann der Bus in Hagen ankomme. Dabei stellte sich heraus, dass die Reisenden in den falschen Bus eingestiegen waren und sich auf dem Weg nach Frankfurt befanden.

Der Busfahrer verweigerte die weitere Beförderung, die Fahrgäste mussten aussteigen und den Heimweg von Hannover nach Hagen zunächst mit der Bahn fortsetzen. Das Bahnticket kostete 90,00 €. Hinzu kamen Taxikosten in Höhe von 45,00 €. Diese fielen an, weil der letzte Zug von Hagen nach Lüdenscheid nicht erreicht werden konnte.

Das Ehepaar fordert vom Busunternehmen die Erstattung von insgesamt 180,00 €. Es war der Meinung, der Fahrer hätte den Einstieg in den falschen Bus verhindern müssen. Das Unternehmen zahlte nicht.

Das Amtsgericht München entschied, die Busreisenden bleiben auf allen Kosten sitzen.

Das Ehepaar bekommt die Kosten für die Busrückreise nicht zurück. Denn die gebuchte Busfahrt von Hamburg nach Hagen hat planmäßig stattgefunden – nur ohne diese Fahrgäste, die im falschen Bus saßen.

Auch die sonstigen Rückreisekosten werden nicht erstattet. Wer in den falschen Bus steigt, den trifft ein überwiegendes Mitverschulden am Entstehen weiterer Kosten. Denn es besteht keine Rechtspflicht, Fahrgäste am Einsteigen in einen falschen Fernreisebus zu hindern (AG München, Urteil vom 15.6.2015, 122 C 7088/15 ).

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