Wer haftet, wenn der Abenteuerurlaub ins Wasser fällt?

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Wer als Abenteuerurlauber auf Empfehlung des Reisebüros Tauchen mit Haien auf den Bahamas bucht, die Tauchgänge aber ausfallen, kann vom Reisebüro Schadensersatz verlangen.

Ein Sporttaucher plante mithilfe eines Reisebüros einen 8-tägigen Tauchurlaub auf einer Bahamas-Insel fernab vom Massentourismus. Geplant war auf Vorschlag des Reisebüros während des Abenteuerurlaubs unter anderem Tauchen mit Haien.

Der Reisende buchte dort also eine Reihe von Einzelleistungen (u.a. Hin- und Rückflug, Hotel, Tauchgänge). Den Preis addierte er und überwies an das Reisebüro eine Gesamtsumme.

Auf der Insel angekommen, stellte sich heraus, dass der Mann der einzige Gast war. Alle Restaurants und auch die Tauchschule hatten geschlossen. Der Inhaber der Tauchschule bot ihm jedoch an, gegen einen hohen Aufpreis Tauchgänge zu unternehmen.

Daraufhin brach der Reisende seine Reise vorzeitig ab und verlangte Schadensersatz und Entschädigung wegen vertanen Urlaubs vom Reisebüro, insgesamt rund 1.300,00 €.

Das Reisebüro erstattete ihm zwar den Reisepreis, nicht jedoch die Mehrkosten für den Rückflug und den Ersatz für entgangene Urlaubsfreude. Begründung: Es sei kein Pauschalpaket gebucht worden. Der Mann habe vielmehr nur Einzelleistungen gebucht, die man ihm als Reisebüro vermittelt habe. Deshalb trage er selbst das Risiko, dass einzelne Leistungen ausfallen.

Das Landgericht Saarbrücken stellte sich jedoch auf die Seite des Reisenden. Das Reisebüro hat im vorliegenden Fall nicht nur als Reisevermittler gehandelt, sondern wurde als Reiseveranstalter tätig. Der Tauchurlauber hat die gewünschte Abenteuerreise mit dem Ziel Tauchen mit Haien auf Empfehlung und Vorschlag des Reisebüros gebucht. Es haftet somit für den Ausfall genau dieser Leistung. Das Reisebüro hätte sich vorab darum kümmern müssen, ob die Tauchgänge zur fraglichen Reisezeit angeboten werden (LG Saarbrücken, Urteil vom 8.2.2013, 10 S 134/12 ).

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