Weiterbeförderung auf Anschlussflug notfalls auch ohne Gepäck

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Fluggäste, die auf einen Anschlussflug nicht mitgenommen werden, weil ihr Gepäck nicht umgeladen werden konnte, haben Anspruch auf eine Ausgleichszahlung. Schließlich haben die Reisenden auf durchgechecktes Gepäck keinen Einfluss und müssen notfalls auch ohne Gepäck mitgenommen werden.

Ein Flugreisender wollte von München über Amsterdam in die Karibik fliegen. Bereits bei der Abfertigung in München erhielt er die Bordkarten für den Anschlussflug. Der Zubringerflug hatte Verspätung, sodass der Reisende zwar innerhalb der Einsteigezeit am Gate erschien, jedoch sein Gepäck nicht mehr umgeladen werden konnte.

Ihm wurde daraufhin die Mitnahme verweigert. Die getrennte Beförderung von Passagieren und Gepäck stelle ein Sicherheitsrisiko dar, so die Airline. Der Reisende musste daraufhin eine Nacht in Amsterdam verbringen. Er verlangte von der Fluggesellschaft eine Ausgleichszahlung wegen Nichtbeförderung.

Der Bundesgerichtshof stärkte mit seiner Entscheidung die Rechte von Fluggästen. Der Flugreisende kann eine Ausgleichszahlung verlangen. Passagiere müssen mit einem Anschlussflug befördert werden, auch wenn ihr Reisegepäck wegen Verspätung des Zubringerflugs erst mit einem späteren Flug transportiert werden kann. Vorausgesetzt wird allerdings, die Fluggäste erreichen den Flugsteig des Anschlussflugs innerhalb der Einstiegszeit.

Bei der getrennten Beförderung von Passagieren und Gepäck liegt in diesem Fall kein Sicherheitsrisiko vor. Denn auf das beim Einchecken am Abflughafen geprüfte Gepäck hat der Reisende beim Umsteigen keinen Einfluss mehr. Außerdem wurde ihm bereits die Bordkarte für den Anschlussflug ausgehändigt.

Die Airline hat die Beförderung somit zu Unrecht verweigert. Der Passagier hätte auch ohne Gepäck einsteigen dürfen. In diesem Fall erhielt der Mann eine Entschädigung in Höhe von 600,00 € (BGH, Urteil vom 28.8.2012, X ZR 128/11 ).

Beachten Sie: Erreichen Sie den Anschlussflug wegen der Verspätung des Zubringerflugs nicht innerhalb der Einstiegszeit, hängt die Ausgleichszahlung davon ab, ob der Zubringerflug annulliert wurde oder Verspätung hatte. Bei Annullierung des Zubringerflugs haben Sie Anspruch auf Ausgleichszahlung für die gesamte Flugstrecke. Verpassen Sie dagegen den Anschluss aufgrund einer Verspätung des Zubringers, gehen Sie derzeit leer aus. Begründung der Airline: Sie seien nicht rechtzeitig zum Boarding für den nächsten Flug erschienen (BGH, Urteil vom 30.4.2009, Xa ZR 78/08 ).

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