Wanderveranstalter muss Wege nicht ständig kontrollieren

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Die Verkehrssicherungspflicht eines Veranstalters von organisierten Wanderungen geht nicht so weit, dass dieser die Wege auf den von ihm angebotenen Touren ständig auf ihre Beschaffenheit und Sicherheit hin überprüfen muss.

Eine Frau hatte an einer kostenpflichtigen geführten Wanderung im Ahrtal teilgenommen. Beim Abstieg vom Aussichtspunkt Teufelsloch rutschte sie auf regennassem Untergrund ab und verletzte sich dabei schwer. Sie verlangte vom Wanderveranstalter Schadensersatz und Schmerzensgeld. Dieser hätte die unfallträchtige Passage sperren oder ausreichend sichern müssen.

Der Veranstalter hielt dagegen, die Frau sei infolge ihrer eigenen Unachtsamkeit gestürzt. Das Regenwetter einige Tage vor und am eigentlichen Wandertag selbst habe die Wanderwege aufgeweicht und rutschig gemacht.

Das Oberlandesgericht Koblenz folgte den Argumenten des Wanderveranstalters und lehnte die Ersatzansprüche der Wanderin ab. Zwar trifft den Veranstalter für von ihm angebotene kostenpflichtige Wanderung grundsätzlich eine Verkehrssicherungspflicht. Er muss insbesondere schwierige Teile der Wegstrecke auf ihre Begehbarkeit hin überprüfen und vor gefährlichen Passagen warnen. Diese Pflicht geht aber nicht so weit, dass er sämtliche Wege ständig auf ihre Sicherheit hin zu kontrollieren hat.

Hier ergab die Beweisaufnahme, dass die Unfallstelle zwar nass und rutschig war, jedoch von anderen Wanderern gefahrlos passiert werden konnte. Somit bestand bis zum Zeitpunkt des Unfalls kein akuter Handlungsbedarf für den Veranstalter für weitergehende Sicherheitsmaßnahmen zu sorgen, wie beispielsweise den Weg zu sperren oder vor der Gefahrenstelle zu warnen.

Da das tagelange Regenwetter den Boden aufgeweicht hatte, bestand erhöhte Sturzgefahr. Darauf hat sich die Frau einstellen und sorgsam auf den Weg achten müssen. Folge: Rutscht ein Wanderer auf einem nassen Weg aus, trägt er in der Regel die Folgen des Sturzes allein (OLG Koblenz, Beschluss vom 14.2.2013, 5 U 34/13 ).

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