Verqualmtes Hotelzimmer im Wellnessurlaub ein Reisemangel

 - 

Wer ein Wellness-Wochenende bucht, erwartet Erholung und Wohlfühlatmosphäre. Deshalb muss ein Gast ein stark nach Tabak riechendes Zimmer bei einem Wellness-Aufenthalt nicht hinnehmen. Eine solche Räucherkammer stellt einen Reisemangel dar.

Ein Ehepaar hatte ein Wellness-Wochenende gebucht, um richtig ausspannen zu können. Als es das ihm zugewiesene Hotelzimmer betrat, roch dieses so stark nach Rauch, dass die Hotelgäste einen Reisemangel geltend machten. Da kein anderes Zimmer zur Verfügung stand, reisten die Eheleute wieder ab und zahlten auch den Preis von 349,00 € nicht.

Das Amtsgericht Meldorf bestätigte den Reisenden, richtig gehandelt zu haben. Das zugewiesene Hotelzimmer weist einen erheblichen Mangel auf. Das Ehepaar war somit zum Rücktritt vom Vertrag berechtigt und muss den Reisepreis nicht bezahlen.

Denn es ist den Gästen unzumutbar, in einem stark verrauchten Zimmer ein Wellness-Wochenende zu verbringen. Anders nur, wenn im Vorfeld ausdrücklich ein Raucherzimmer gebucht wurde. Das war hier aber nicht der Fall.

Das Raucherzimmer widerspricht dem Zweck der Reise. Bei einem Wellness-Aufenthalt ist Wohlfühlatmosphäre gewünscht, die mit kaltem Tabakrauch nicht vereinbar ist. Das wiegt um so mehr, als der hohe Reisepreis eine gehobene Leistung erwarten lässt (AG Meldorf, Urteil vom 29.3.2011, 81 C 15/11, RRa 2011 S. 183).

Weitere News zum Thema

  • Virusinfektion während einer Pauschalreise ein Reisemangel?

    [] Erkrankt ein Pauschalreisender im Hotel, ist nur dann von einem Reisemangel auszugehen, wenn die Ursache für die Erkrankung im Verantwortungsbereich des Reiseunternehmens liegt. Für eine Virusepidemie unter den Gästen ist das Hotel verantwortlich ist, wenn nachgewiesen ist, dass mindestens 10 % der Gäste daran erkrankt sind. Das muss im Streit der erkrankte Reisende nachweisen. mehr

  • Flugreise: Entschädigung gibt es nur direkt von der Airline

    [] Nationale Beschwerdestellen wie beispielsweise das deutsche Luftfahrtbundesamt sind nicht dafür zuständig, den Anspruch einzelner Flugpassagiere auf eine Fluggastentschädigung durchzusetzen (z.B. im Fall einer Flugverspätung). Betroffene Passagiere müssen sich deshalb mit ihren Forderungen direkt an die jeweilige Fluggesellschaft wenden. mehr

  • Bei Verspätung nach Todesfall muss Airline nicht zahlen

    [] Stirbt ein Passagier an einem Herzinfarkt im Flugzeug und kommt es dadurch zu einer erheblichen Verspätung, steht den anderen Fluggästen keine Ausgleichszahlung zu. Ein Todesfall ist ein sogenannter außergewöhnlicher Umstand , der die Fluggesellschaft von der Zahlungspflicht entbindet. mehr

  • AGB zur Änderung von Reisedaten im Flugschein muss eindeutig sein

    [] Einige Klauseln in den AGB der Lufthansa sind unwirksam, weil sie nicht transparent sind und Passagiere somit unangemessen benachteiligt werden. So darf die Airline beispielsweise keine Gebühren für die Korrektur eigener Fehler in den Reisedaten des Flugscheins verlangen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.