Ständig bellende Hunde dürfen dem Tierhalter weggenommen werden

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Ein Hundehalter muss dafür sorgen, dass die Nachbarschaft nicht durch ständiges Hundegebell unzumutbar gestört wird. Unternimmt er nichts, dürfen ihm die Hunde weggenommen und im Tierheim untergebracht werden.

Ein großes Gartengrundstück wurde von zwei Dobermännern bewacht. Die Hunde wurden auf dem Hinterhof des Grundstücks gehalten und bellten tagsüber wie auch nachts so häufig, dass die Anwohner sich gestört und um die Nachtruhe gebracht sahen.

Auf deren Beschwerde hin verbot die zuständige Behörde die Hundehaltung auf dem Grundstück. Doch das scherte die Hundehalterin nicht. So änderte sich über zwei Jahre nichts an der anhaltenden Lärmbelästigung der Nachbarschaft, bis die Behörde die Hunde schließlich in amtlichen Gewahrsam nahm und ins Tierheim brachte. Gegen diese sogenannte "Sicherstellung" setzte sich die Frau ohne Erfolg zu Wehr.

Das Oberverwaltungsgericht Bremen stellte klar: Wer Hunde hält, muss dafür sorgen, dass andere durch deren Bellen nicht unverhältnismäßig gestört werden. Unternimmt ein Halter nichts gegen die unzumutbare Lärmbelästigung, dürfen die Hunde ihm schließlich weggenommen werden. Dies gilt um so mehr, als hier die Hundehalterin nicht erklären konnte, welche Maßnahmen sie ergreifen wolle, um das Gebell künftig zu unterbinden (OVG Bremen, Urteil vom 3. 9. 2009, Az. 1 B 215/09).

Rechtstipp
Wenn Sie mehr über Ihre Rechte und Pflichten als Tierhalter wissen möchten, lesen Sie unseren Beitrag "Streitfall Haustier" in den "Rechtstipps" in Gruppe 10.

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