Sicherungsschein schützt auch bei betrügerischer Insolvenz des Reiseveranstalters

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Als Pauschalreisender sind Sie auch dann gegen die Zahlungsunfähigkeit Ihres Reiseveranstalters versichert, wenn dieser absichtlich betrügt. Der sogenannte Sicherungsschein behält seine Gültigkeit unabhängig von den Ursachen der Zahlungsunfähigkeit.

Ein Ehepaar aus Hamburg blieb zunächst auf den Kosten einer Ägypten-Pauschalreise sitzen, als der Reiseveranstalter noch vor Beginn der Reise Insolvenz anmeldete. Die Versicherung verweigerte die Kostenübernahme mit der Begründung, der Veranstalter habe in betrügerischer Absicht gehandelt und die Einnahmen zweckentfremdet. Er habe niemals die Absicht gehabt, die Reise durchzuführen, sondern wollte sich mit den Geldern seiner Kunden ins Ausland absetzen.

Der Europäische Gerichtshof entschied zugunsten der Reisenden. Reisekunden sind durch den Sicherungsschein im Falle der Zahlungsunfähigkeit des Reiseveranstalters abgesichert. Die Versicherung übernimmt in diesem Fall die Kosten für ausgefallene Reiseleistungen bzw. eine außerplanmäßige Rückreise. Dieser Schutz besteht auch dann, wenn der Veranstalter auf betrügerische Weise die Insolvenz herbeigeführt hat (EuGH, Urteil vom 16.2.2012, C-134/11 ).

Spätestens bei der Anzahlung der Reise muss Ihnen der Sicherungsschein ausgehändigt werden. Beachten Sie: Nur das Original des Sicherungsscheins ist rechtlich verbindlich. Geben Sie sich deshalb nicht mit einer Kopie oder einem Faxausdruck zufrieden.

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