Schadensersatz bei Verletzung beim Fußballspielen nur bei Regelverstoß

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Verletzt sich ein Spieler während eines Fußballspiels, kann er nur dann Schadensersatz verlangen, wenn der Verletzung ein regelwidriges Verhalten vorausging, das dem Angreifer anzukreiden ist.

Beim Aufeinandertreffen zweier Vereinsmannschaften verletzte sich ein Spieler im Zweikampf. Er erlitt dabei eine Fraktur des Schien- und Wadenbeins. Der Verletzte verlangte Schadensersatz und Schmerzensgeld. Er behauptete, sein Gegner habe ihn von hinten mit gestrecktem Bein angegriffen, nachdem er den Ball schon gespielt habe.

Der Gegner hält dagegen, beide Spieler seien nach dem Ball gelaufen und er habe den Ball zuerst erreicht. Sein Gegenspieler habe dann das Bein nach dem Ball ausgestreckt und ihn dadurch ins Straucheln gebracht. Als Ergebnis dieses Zweikampfes seien beide Spieler hingefallen.

Der Bundesgerichtshof versagte dem Verletzten die Ersatzansprüche, denn es fehlt an einem Verschulden des Gegners. Eine Haftung aus unerlaubter Handlung ist bei Sportveranstaltungen erst dann anzunehmen, wenn einer der Sportler gegen die Regeln des sportlichen Wettkampfs verstoßen und dadurch einen anderen Sportler verletzt hat.

Einen solchen Regelverstoß hat der Verletzte im vorliegenden Fall nicht beweisen können. Ein Zweikampf um den Ball, bei dem einer der Spieler oder beide zu Fall kommen, gehört zum Wesen eines Fußballspiels und begründet deshalb für sich genommen keinen Sorgfaltspflichtverstoß.

Eine Haftung scheidet aus, wenn es sich um Verletzungen handele, die sich ein Sportler bei einem regelgerechten und dem Fairnessgebot entsprechenden Einsatz seines Gegners zuzieht.

Der BGH stellte zudem klar, dass diese Grundsätze selbst dann gelten, wenn der verletzende Spieler haftpflichtversichert ist. Allein ein vorhandener Versicherungsschutz wirkt grundsätzlich nicht anspruchsbegründend (BGH, Urteil vom 27. 10. 2009, Az. VI ZR 296/08, NJW 2010 S. 538).

 

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