Reiseversicherung: Verlobte nicht mitversichert

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Versicherungsbedingungen regeln abschließend, wen eine Reiserücktrittskostenversicherung schützt. Ein Verlobter, der nicht in häuslicher Gemeinschaft mit dem Versicherungsnehmer lebt, zählt nicht dazu.

Eine Frau buchte für sich und ihren Verlobten eine 14-tägige Reise nach Korfu. Gleichzeitig schloss sie eine Reiserücktrittsversicherung ab. In der Nacht vor dem Reiseantritt verstarb der Bruder ihres Verlobten. Die Reise sagte sie deshalb ab und verlangte von der Versicherung den Reisepreis von 1.088 Euro ersetzt. Diese weigerte sich zu zahlen und verwies auf die Versicherungsbedingungen. Dort waren als versicherte Personen ausdrücklich aufgezählt: der Vertragspartner, der Ehepartner, der eingetragene Lebenspartner und der in häuslicher Gemeinschaft wohnende Lebensgefährte sowie deren Kinder.

Das Amtsgericht München stellte dazu fest: Die Aufzählung in den Versicherungsbedingungen ist abschließend. Damit ist eindeutig festgelegt, für wen die Versicherung zu zahlen hat. Konkret: Ein Verlobter als solcher ist nicht mitversichert. Ausnahme: Er wohnt gemeinsam mit dem Vertragspartner in einer Wohnung. Dass hier der Verlobte aufgrund seines Arbeitsplatzes noch in einer anderen Stadt wohnte, ändert daran nichts. Folge: Wird eine Reise storniert, weil der Grund bei einer Person lag, die als nicht versichert gilt, muss der Versicherer nicht zahlen (AG München, Urteil vom 15. 1. 2008, Az. 274 C 35174/07).

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