Reiseversicherung: Jobverlust nach Abmahnung erfolgt nicht unerwartet

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Wurde ein Arbeitnehmer bereits mehrfach erfolglos abgemahnt, stellt die arbeitsrechtliche Kündigung keinen Kündigungsgrund im Sinne der Reiserücktrittsversicherung dar. Die Kündigung erfolgt dann nicht unerwartet.

Ein Monteur war wegen unzureichender Arbeitsleistung wiederholt abgemahnt worden. Er hatte die Wartungsarbeiten an Aufzügen schlecht durchgeführt. Der Arbeitgeber sprach schließlich eine verhaltensbedingte Kündigung aus. Daraufhin stornierte der Arbeitnehmer eine bereits gebuchte Reise. Gleichzeitig erhob er Kündigungsschutzklage. In einem gerichtlichen Vergleich wurde die verhaltens- in eine betriebsbedingte Kündigung abgewandelt. Auf den bei der Reiseversicherung eingereichten Stornokosten in Höhe von rund 778,- Euro blieb der Mann jedoch sitzen. Die Versicherung argumentierte, die Kündigung sei wegen der vorausgegangenen Abmahnungen nicht unerwartet.

Dem schloss sich das Amtsgericht München an. Die Stornokosten sind nicht zu erstatten. Zwar kann der Jobverlust durch eine betriebsbedingte Kündigung "unerwartet" sein. Eine gebuchte Reise darf deswegen abgesagt werden. Hier muss die Versicherung in der Regel einspringen.

Aber: Das gilt nicht, wenn der Reiserücktritt erfolgt, weil dem Versicherten nach mehrfachen Abmahnungen verhaltensbedingt gekündigt wurde. Hier ist die Kündigung nicht unerwartet. Somit liegt kein Stornierungsgrund im Sinne der Versicherungsbedingungen vor.

An diesem Ergebnis ändert auch der arbeitsgerichtliche Vergleich nichts. Dass die verhaltensbedingte in eine betriebsbedingte Kündigung abgewandelt wurde, beweist nicht, dass tatsächlich keine verhaltensbedingte Kündigung vorlag (AG München, Urteil vom 9. 5. 2007, Az. 231 C 1947/07).

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