Reiseversicherung: Abbruch und Unterbrechung der Reise sind "zwei Paar Schuh"

 - 

Eine Reiseversicherung, die vor dem Risiko des Reiserücktritts und des Abbruchs der Reise schützt, umfasst nicht auch noch den Fall der Unterbrechung der Reise. Entscheidend ist, ob die Reise endgültig beendet wird oder nur vorläufig eingestellt wird, um sie später wieder aufzunehmen.

Ein Ehepaar hatte eine 1-monatige Rundreise durch Südamerika gebucht. Nach zwei Wochen musste der Mann für fünf Tage ins Krankenhaus. Seine Frau blieb bei ihm. Nach seiner Entlassung setzten die beiden ihre Reise fort.

Infolge der Krankheit konnten sie einige der gebuchten Übernachtungen und Ausflüge aber nicht in Anspruch nehmen. Die Kosten dafür verlangten sie nach ihrer Rückkehr von der Reiseversicherung ersetzt. Doch die Versicherung lehnte ab. Begründung: Die Unterbrechung einer Reise ist nicht versichert.

Das Amtsgericht München entschied im Sinne der Versicherung. Unter den Schutz der abgeschlossenen Versicherung fällt eindeutig nur der Reiseabbruch. Darunter versteht man die plötzliche und vorzeitige Beendigung einer Reise.

Hier hat das Ehepaar jedoch nach der krankheitsbedingten Pause seinen Urlaub wieder aufgenommen, also gerade nicht beendet. Daran ändert auch der Umstand nicht, dass die Urlauber eine Teilstrecke ihrer Rundreise auslassen mussten und die gebuchte Route erst an anderer Stelle fortgesetzt werden konnte.

Die Reise war somit unterbrochen. Eine Reiseunterbrechung fällt jedoch nicht unter den Reiseversicherungsschutz (AG München, Urteil vom 10. 12. 2009, Az. 223 C 27643/09).

Weitere News zum Thema

  • Virusinfektion während einer Pauschalreise ein Reisemangel?

    [] Erkrankt ein Pauschalreisender im Hotel, ist nur dann von einem Reisemangel auszugehen, wenn die Ursache für die Erkrankung im Verantwortungsbereich des Reiseunternehmens liegt. Für eine Virusepidemie unter den Gästen ist das Hotel verantwortlich ist, wenn nachgewiesen ist, dass mindestens 10 % der Gäste daran erkrankt sind. Das muss im Streit der erkrankte Reisende nachweisen. mehr

  • Flugreise: Entschädigung gibt es nur direkt von der Airline

    [] Nationale Beschwerdestellen wie beispielsweise das deutsche Luftfahrtbundesamt sind nicht dafür zuständig, den Anspruch einzelner Flugpassagiere auf eine Fluggastentschädigung durchzusetzen (z.B. im Fall einer Flugverspätung). Betroffene Passagiere müssen sich deshalb mit ihren Forderungen direkt an die jeweilige Fluggesellschaft wenden. mehr

  • Bei Verspätung nach Todesfall muss Airline nicht zahlen

    [] Stirbt ein Passagier an einem Herzinfarkt im Flugzeug und kommt es dadurch zu einer erheblichen Verspätung, steht den anderen Fluggästen keine Ausgleichszahlung zu. Ein Todesfall ist ein sogenannter außergewöhnlicher Umstand , der die Fluggesellschaft von der Zahlungspflicht entbindet. mehr

  • AGB zur Änderung von Reisedaten im Flugschein muss eindeutig sein

    [] Einige Klauseln in den AGB der Lufthansa sind unwirksam, weil sie nicht transparent sind und Passagiere somit unangemessen benachteiligt werden. So darf die Airline beispielsweise keine Gebühren für die Korrektur eigener Fehler in den Reisedaten des Flugscheins verlangen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.