Reisevermittler darf keine Umbuchungs- und Stornogebühren verlangen

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Klauseln im Kleingedruckten eines Reisevermittlers, wonach dieser von seinen Kunden Bearbeitungsgebühren für die Stornierung, die Umbuchung oder den Nichtantritt einer Reise verlangen darf, sind zu unwirksam.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen ging gegen die AGB eines Reisevermittlers vor. Dieser kassierte bei seinen Kunden im Falle von Umbuchungen und Stornierungen kräftig ab und verlangte hohe Bearbeitungsgebühren.

Danach mussten Kunden für jede nachträgliche Änderung einer Buchung bis zu 50,00 € Bearbeitungsgebühr pro Ticket zahlen. Kunden, die einen Flug nicht antraten, ohne den Vermittler vorher zu informieren, sollten bis zu 100,00 € berappen. Ebenfalls bis zu 100,00 € sollten für die Stornierung von Flugtickets vor der Ticketausstellung fällig werden.

Das Landgericht Leipzig erklärte diese Gebührenpraxis für unwirksam. Flugreisende haben einen gesetzlichen Anspruch darauf, einen gebuchten Flug zu stornieren. Die Abwicklung einer Stornierung inklusive der Erstattung ersparter Aufwendungen zählt somit zur vertraglich geschuldeten Leistung einer Airline oder eines Reiseveranstalters. Dafür darf kein gesondertes Entgelt verlangt werden.

Dieser Grundsatz gilt auch für einen Reisevermittler, sofern dieser die Abwicklung für die Fluggesellschaft oder den Reiseveranstalter übernimmt.

Eine Bearbeitungsgebühr für einen unangekündigten Nichtantritt einer Reise zu verlangen, stellt rechtlich gesehen eine unzulässige Vertragsstrafe dar. Zudem ist die Klausel nicht transparent. Die Formulierung bis zu 100,00 € lässt offen, wovon die Gebühr abhängt und in welcher Höhe sie tatsächlich anfällt (LG Leipzig, Urteil vom 8.4.2014, 08 O 1784/13 .

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