Reiseveranstalter muss über Medikamenteneinfuhrbeschränkungen aufklären

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Ein Kunde buchte und bezahlte für sich und seine Familie eine Pauschalreise nach Dubai. Kurz vor der Abreise erfuhr er von einem grundsätzlichen Einfuhrverbot für zahlreiche Medikamente am gebuchten Urlaubsort.

Daraufhin kündigte der Mann den Reisevertrag. Seine Ehefrau müsse bestimmte Medikamente einnehmen, deren Einfuhr nach Dubai nicht sichergestellt sei. Auf das Einfuhrverbot hätte der Reiseveranstalter ihn rechtzeitig und pflichtgemäß hinweisen müssen. In diesem Fall hätte er die Reise nicht gebucht oder sich jedenfalls rechtzeitig um ein Attest für seine Frau gekümmert.

Das Landgericht Berlin bestätigte diese Rechtsauffassung. Den Veranstalter trifft eine Hinweis- bzw. Warnpflicht auf die strengen Einfuhrbeschränkung von Medikamenten. Das gilt jedenfalls dann, wenn er diese Informationen problemlos auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes findet.

Den Reisenden trifft allerdings ein Mitverschulden. Dieser hätte sich in Kenntnis der Krankheit seiner Frau ebenfalls um die notwendigen Reiseinformationen kümmern müssen (z.B. Einfuhrbestimmungen für Medikamente).

Ergebnis: Der Reiseveranstalter muss zwei Drittel des Reisepreises als Schadensersatz zurückbezahlen (LG Berlin, Urteil vom 10.10.2011, 38 O 43/11 ).

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