Reisestornierung besser zu früh als zu spät!

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Ein Reisender darf mit der Stornierung einer gebuchten Reise nur warten, wenn mit seiner Genesung bis zum Reiseantritt sicher gerechnet werden kann. Andernfalls hat er die Reise frühstmöglich abzusagen.

Eine Mutter buchte für sich und ihren 13-jährigen Sohn eine Reise in den Weihnachtsferien 2006 und schloss eine Reiserücktrittsversicherung ab. Mitte November 2006 erkrankte der Sohn an Diabetes und wurde stationär im Krankenhaus behandelt. Erst am 15.12.2006 stornierte die Frau die Reise. An diesem Tag sagte ihr der behandelnde Arzt, das Kind solle die Reise aus gesundheitlichen Gründen nicht antreten. Es fielen Stornokosten in Höhe von 1.722 Euro an. Die Reiserücktrittskostenversicherung bezahlte davon nur 492 Euro. Die Frau habe die Reise zu spät abgesagt.

Das Amtsgericht München stellte sich auf die Seite der Versicherung. Mehr als die bereits gezahlten 492  Euro stehen der Frau nicht zu. Denn die bloße Hoffnung auf eine rechtzeitige Genesung ist nicht versichert. Mit der Stornierung darf nur dann gewartet werden, wenn von ärztlicher Seite versichert wird, dass sicher mit Reisefähigkeit zu rechnen ist. Andernfalls handelt es sich um eine grob fahrlässige Obliegenheitsverletzung des Versicherten. Die Mutter hätte also gleich zu Beginn der Erkrankung ihres Sohnes die Reise stornieren müssen (AG München, Urteil vom 20. 9. 2007, Az. 281 C 8045/07).

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