Reiserecht: Rauchverbot auf Kreuzfahrtschiff berechtigt zum Rücktritt

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Wird nach der Buchung einer Kreuzfahrt ein generelles Rauchverbot in den Kabinen eingeführt, dürfen Sie kostenlos vom Vertrag zurücktreten. Diese Änderung einer wesentlichen Reiseleistung stellt einen erheblichen Reisemangel dar.

Ein Reisender hatte eine Mittelmeerkreuzfahrt gebucht. Er war Raucher. Als der Veranstalter nach der Buchung auf dem Schiff ein generelles Rauchverbot in den Kabinen verhängte, kündigte er den Vertrag. Die Reise sei ihm als Raucher so nicht mehr zumutbar und leide unter einem erheblichen Mangel.

Das Oberlandesgericht Rostock bestägte diese Rechtsauffassung. Der Reisende durfte kostenlos vom Vertrag zurücktreten. Ein nachträglich verhängtes Rauchverbot stellt einen erheblichen Mangel dar. Der Wert der Reise wird durch das Kabinen-Rauchverbot unzumutbar gemindert. Ein Rauchverbot schränkt die Urlaubsfreude ein.

Dass das Rauchen auf dem Balkon der Kabine erlaubt blieb, stellt dafür keinen ausreichenden Ersatz dar. Denn der Aufenthalt in der Kabine dient nicht allein dem Schlafen, wie der Veranstalter meint. Dem Urlauber steht es vielmehr frei, wie und wo er seine Zeit auf dem Schiff verbringen will (OLG Rostock, Urteil vom 27. 10. 2008, Az. 1 U 183/08).

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