Reiserecht: Folgen des Klimawandels als Reisemangel

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Ein Reiseprospekt warb für eine Fahrt durchs "meterdickes Packeis". Doch die Eisfläche vor Ort war aufgrund der Erderwärmung längst nicht so dicht. Ein Reisemangel? Der Klimawandel wird so auch zum Thema vor Gericht.

Ein Reiseveranstalter bot eine Schiffsreise durch die "Nordwest-Passage" an. Die Route beinhaltete laut Prospekt eine längere Fahrt durch Zonen "meterdicken Packeises". Doch die Fahrt durch das Polarmeer führte aufgrund des Klimawandels nur noch durch seichtere Gewässer.

Ein enttäuschter Passagier sah darin einen Reisemangel. Das Packeis als Attraktion sei schließlich zugesichert gewesen. Er forderte einen Teil des Reisepreises zurück. Der Veranstalter zahlte nicht, sondern verwies auf das Kleingedruckte seines Vertrages. Dort hatte er sich Änderungen des Reiseverlaufs und des Programms aufgrund "extremer Witterungs- und Wetterverhältnisse" ausdrücklich vorbehalten.

Das Oberlandesgericht Hamburg gab dem Schiffsreisenden Recht. Wer das Durchqueren "meterdicken Packeises" zusichert, muss sich an diesem Versprechen auch festhalten lassen. Der Veranstalter haftet also für die Folgen des Klimawandels.

Daran ändert auch die Regelung im Kleingedruckten nichts. Der Hinweis auf "extreme Witterungs- und Wetterbedingungen" ist für einen neutralen Beobachter genau andersrum zu verstehen: Die Route darf ausnahmsweise aufgrund extrem dicken Packeies geändert werden - nicht bei zu wenig Eis (OLG Hamburg, Urteil vom 14. 8. 2008, Az. 9 U 92/08).

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