Reisemangel: Wer Ausweichquartier nicht besichtigt, geht leer aus

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Wer auf einer Urlaubsreise bei einer mangelhaften Unterkunft die vom Reiseveranstalter angebotene Eratzunterkunft grundlos abgelehnt bzw. nicht einmal besichtigt, kann keinen Schadensersatz verlangen.

Eine Familie buchte einem 2-wöchigen Kroatienurlaub zum Preis von 2.016 Euro. Den Urlaub brach sie vorzeitig ab, weil das gebuchte Appartement in einem äußerst ungepflegten Zustand war. So fehlten unter anderem im Bad Fliesen, war das Duschbecken verstopft und ließ sich das Schlafzimmerfenster nicht schließen. Die Urlauber reklamierten die mangelhaften Unterkunft bereits am zweiten Tag. Der Reiseveranstalter bot der Familie ab dem vierten Tag eine Ersatzunterkunft in der gleichen Ferienanlage an. Ohne die Ersatzunterkunft je angeschaut zu haben, reisten die Urlauber jedoch nach zehn Tagen ab. Nach ihrer Rückkehr machten sie beim Veranstalter Minderungs- und Schadensersatzansprüche geltend. Dieser zahlte 202 Euro. Dieser Betrag war den Reisenden zu gering, deshalb forderten sie weitere 854 Euro vor Gericht.

Das Amtsgericht München ging zwar ebenfalls davon aus, dass das Appartement erhebliche Mängel aufwies und somit Minderungsansprüche gerechtfertigt waren. Aber die Urlauber hätten die angebotene Ersatzunterkunft auf alle Fälle prüfen müssen. Weil sie diese nicht einmal angeschaut haben und somit das Ersatzangebot grundlos abgelehnt haben, steht ihnen nur für die ersten vier Tage Schadensersatz zu. Der Reiseveranstalter musste deshalb nichts draufzahlen (AG München, Urteil vom 11. 4. 2007, Az. 231 C 1828/06).

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