Reisemangel: Economy-Flug statt First Comfort Class berechtigt zur Kündigung

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Ein erheblicher Reisemangel kann auch schon bei Reisebeginn vorliegen - beispielsweise wenn der gebuchte First Class-Flug überbucht ist. Ist über den Reiseveranstalter rechtzeitig keine Abhilfe zu bekommen, dürfen Pauschalreisende den Vertrag kündigen und brauchen die Reise gar nicht erst antreten.

Ein Ehepaar buchte eine Pauschalreise in die Karibik. Statt der gebuchten, bestätigten und zusätzlich bezahlten First Comfort Class sollte es am Abreisetag aber in der Economy Class Platz nehmen. Der Versuch, den Reiseveranstalter vom Flughafen aus vor dem Abflug zu erreichen, blieb erfolglos. Rechtzeitige Abhilfe war somit nicht in Sicht. Daraufhin beschlossen die Urlauber, die Reise erst gar nicht anzutreten. Vom Veranstalter forderten sie den Reisepreis zurück und eine Entschädigung wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf interpretierte das Verhalten der Urlauber als berechtigte Kündigung. Die Reise leidet unter einem erheblichen Mangel, der den Reisenden unzumutbar ist. Dem Ehepaar ist es bei der Buchung der Reise wegen der langen Flugzeit gerade auf einen Flug in der First Comfort Class angekommen. Damit hatte der Veranstalter in seinem Prospekt ausdrücklich geworben, diesen Flug zugesichert und dafür einen 25%-igen Aufschlag auf den Reisepreis verlangt. Neben der Rückzahlung des Reisepreises kann das Ehepaar auch eine Entschädigung wegen vertanen Urlaubs in Höhe des hälftigen Reisepreises verlangen (OLG Düsseldorf, Urteil vom 13. 12. 2007, Az. 12 U 39/07, NJW-RR 2008 S. 785).

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