Reise: Zu kurzes Hotelbett stellt einen Reisemangel dar

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Ein Hotelbett muss mindestens 1,90 m lang sein. Ist es kürzer, liegt ein Reisemangel vor. Dieser berechtigt den Reisenden aber nur zur Minderung des Reisepreises, nicht zur Kündigung des Reisevertrages.

Ein Urlauber hatte eine Billigreise nach Frankreich gebucht. Das Reiseprospekt preis das "Einschlafen in einem gemütlichen Bett" an. Doch der Mann fand aber nächtens keinen Schlaf. Denn in seinem Hotelbett konnte er nur in sogenannter "Embryonalhaltung" schlafen, weil das Bett höchstens 1,80 m lang war. Er selbst war laut Personalausweis 1,83 m groß.

Daraufhin kündigte der Urlauber den Reisevertrag und verlangte vom Veranstalter den Reisepreis zurück sowie den Ersatz der Fahrtkosten. Das wollte der Veranstalter nicht akzeptieren.

Das Landgericht Hamburg entschied, es gibt zwar keine DIN-Norm für die Bettenlänge. Aber ausgehend vom statistischen Durchschnittswert der Körpergröße, darf man als Hotelgast eine übliche Matratzenlänge von mindestens 1,90 m erwarten. Andernfalls kann ein Reisender nämlich nicht ausgestreckt und erholsam schlafen. Diese "Mindestgröße" gilt auch im Ausland und ist auch bei Billigreisen als Standard anzulegen.

Ein zu kurzes Bett stellt somit einen Reisemangel dar, weil der Reisende im Bett keinen ausreichenden Platz findet. Dieser Mangel führt zu einer Minderung des Reisepreises in Höhe von 25 %.

Darin liegt allerdings kein erheblicher Reisemangel, der zur Kündigung der Reise berechtigt. Dazu müssen Umstände vorliegen, die dem Reisenden die Fortsetzung der Reise unzumutbar machen. Das ist bei einem zu kurzen Bett jedoch nicht der Fall, selbst wenn der betroffene Hotelgast unbequem und mit angewinkelten Beinen schlafen muss (LG Hamburg, Urteil vom 16. 9. 2010, Az. 318 S 209/09).

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