Reise: Wenn die Fotoausrüstung abhandenkommt

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Wer Opfer eines Gepäckdiebstahls am Flughafen wird, weil er sein Gepäck unbeaufsichtigt lässt, muss mit einer Kürzung des Schadensersatzanspruches rechnen. Der Versicherer zahlt je nach Grad der Fahrlässigkeit anteilig. Fehlender Körper- oder Blickkontakt zu einer Kameratasche berechtigt zur Kürzung um 40 %.

Ein selbstständiger Kameramann begab sich direkt nach der Landung zum Gepäckschalter, um einen Gepäckverlust zu melden. Während dieser Unterhaltung wurde ihm sein Handgepäck mit der teuren Kameraausrüstung im Neuwert von etwa 43.000,00 € entwendet. Die Kameratasche hatte er am Schalter auf einem Trolley hinter sich abgestellt. Die Ausrüstung war gegen Diebstahl durch eine besondere Film- und Fotoapparate-Versicherung bis zu einer Summe von 50.000,00 € versichert.

Der Kameramann meldete den Verlust seiner Versicherung, die jedoch nicht zahlen wollte. Begründung: Der Schaden sei grob fahrlässig verursacht, denn der Mann habe die Tasche entweder am Körper tragen oder sie laufend im Blick behalten müssen. Außerdem lehnte die Versicherung die Schadensabwicklung auf Neuwertbasis ab und legte den Zeitwert der Ausrüstung der Berechnung zugrunde.

Das Landgericht Hannover sprach dem Versicherungsnehmer eine Summe von knapp 4.500,00 € zu und folgte der Argumentation der Versicherung. Diese darf die Leistung um 40 % kürzen, denn der Versicherungsfall wurde grob fahrlässig herbeigeführt. Der Mann hielt während seines Gesprächs mit der Flughafenangestellten weder Körperkontakt noch Blickkontakt zum Handgepäck.

Da er das Gepäck lediglich für maximal eine Minute nicht im Blick hatte, darf die Versicherung die Erstattung nicht voll ablehnen. Sie ist aber zur Kürzung im genannten Umfang berechtigt (LG Hannover, Urteil vom 17.9.2010, 13 O 153/08 ).

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