Reise: Wellnesshotel muss Wellness bieten, sonst darf gekündigt werden

 - 

Wer sich in ein Wellnesshotel einmietet, darf zu Recht entsprechende Wellnessangebote erwarten und diese vor Ort zubuchen. Sind dann keine Anwendungen zubuchbar, darf der Reisende den Vertrag kündigen.

Sie wollten ein paar Tage ausspannen und sich erholen. Deshalb buchten die Reisenden einen 3-tägigen Aufenthalt in einem Beauty- und Wellnesshotel. Das Hotel warb damit, dass täglich Wellnessangebote buchbar seien. Doch vor Ort stellte sich heraus, dass Angebote bis auf zwei Termine für jeweils eine Fußreflexzonenmassage nicht verfügbar waren. So reisten die Erholungssuchenden am Morgen nach ihrer Anreise wieder ab.

Das Amtsgericht Potsdam gab ihnen Recht. Wer sich in ein Beauty- und Wellnesshotels einbucht, darf davon ausgehen, dass er nach seiner Ankunft die entsprechenden Angebote buchen kann. Eine Vorausbuchung ist nicht notwendig. Fehlen die Wellnessangebote, liegt ein erheblicher Reisemangel vor und der Reisende darf die Reise kündigen. Anders nur, wenn das Hotel im Zeitpunkt der Buchung die Gäste bereits darauf hingewiesen hat, dass die Anwendungen nur eingeschränkt verfügbar sind (AG Potsdam, Urteil vom 6. 9. 2007, Az. 22 C 58/07).

Weitere News zum Thema

  • Virusinfektion während einer Pauschalreise ein Reisemangel?

    [] Erkrankt ein Pauschalreisender im Hotel, ist nur dann von einem Reisemangel auszugehen, wenn die Ursache für die Erkrankung im Verantwortungsbereich des Reiseunternehmens liegt. Für eine Virusepidemie unter den Gästen ist das Hotel verantwortlich ist, wenn nachgewiesen ist, dass mindestens 10 % der Gäste daran erkrankt sind. Das muss im Streit der erkrankte Reisende nachweisen. mehr

  • Flugreise: Entschädigung gibt es nur direkt von der Airline

    [] Nationale Beschwerdestellen wie beispielsweise das deutsche Luftfahrtbundesamt sind nicht dafür zuständig, den Anspruch einzelner Flugpassagiere auf eine Fluggastentschädigung durchzusetzen (z.B. im Fall einer Flugverspätung). Betroffene Passagiere müssen sich deshalb mit ihren Forderungen direkt an die jeweilige Fluggesellschaft wenden. mehr

  • Bei Verspätung nach Todesfall muss Airline nicht zahlen

    [] Stirbt ein Passagier an einem Herzinfarkt im Flugzeug und kommt es dadurch zu einer erheblichen Verspätung, steht den anderen Fluggästen keine Ausgleichszahlung zu. Ein Todesfall ist ein sogenannter außergewöhnlicher Umstand , der die Fluggesellschaft von der Zahlungspflicht entbindet. mehr

  • AGB zur Änderung von Reisedaten im Flugschein muss eindeutig sein

    [] Einige Klauseln in den AGB der Lufthansa sind unwirksam, weil sie nicht transparent sind und Passagiere somit unangemessen benachteiligt werden. So darf die Airline beispielsweise keine Gebühren für die Korrektur eigener Fehler in den Reisedaten des Flugscheins verlangen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.