Reise: Was umfasst der Insolvenzschutz bei Pauschalreisen?

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Ein Pauschalreisender, der einen Sicherungsschein in Händen hält, ist gegen die Insolvenz des Veranstalters abgesichert. Der Versicherungsschutz umfasst auch den Fall, dass der Urlaub schon vor der Insolvenz abgesagt wurde.

Die Reisenden buchten Anfang 2009 ein Jahr im Voraus eine Kreuzfahrt. Sie erhielten vom Reiseveranstalter den "Sicherungsschein für Pauschalreisen" und überwiesen den Reisepreis in Höhe von je 7,400,- Euro. Im Sommer 2009 sagte der Veranstalter die Kreuzfahrt mangels Nachfrage ab. Im Dezember 2009 wurde das Insolvenzverfahren gegen den Veranstalter eröffnet, noch ehe er den Reisepreis erstattet hatte.

Die Reisenden wandten sich deshalb an die Versicherung, die jedoch die Zahlung ablehnte. Die Reise sei nicht wegen der Insolvenz des Reiseveranstalters ausgefallen, sondern weil sie von diesem mangels Nachfrage abgesagt wurde.

Der Bundesgerichtshof hatte das letzte Wort und stellte sich auf die Seite der betroffenen Urlauber. Er legt die Vorschrift des § 651 k BGB verbraucherfreundlich aus. Diese Auslegung ist auch für den Versicherer bindend, der in seinen allgemeinen Versicherungsbedingungen auf die gesetzliche Regelung Bezug nimmt.

Ein Reisender, zu dessen Gunsten ein Reisepreisversicherungsvertrag abgeschlossen wurde, ist gegen das Risiko der Zahlungsunfähigkeit oder Insolvenz des Reiseveranstalters abgesichert. Geht ein Veranstalter pleite, sorgt der Sicherungsschein dafür, dass Kunden bereits geleistete Anzahlungen zurückerhalten oder gegebenenfalls die Rückreisekosten erstattet bekommen.

Umfasst werden aber auch die Fälle, in denen die Reise durch den Reiseveranstalter abgesagt wurde und eine Rückerstattung der Anzahlung bzw. des Reisepreises aufgrund der Insolvenz des Reiseveranstalters nicht mehr realisiert werden kann. Denn weder nach europäischem noch nach deutschem Recht muss die Insolvenz für den Reiseausfall ursächlich sein (BGH, Urteil vom 2. 11. 2011, Az. X ZR 43/11).

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