Reise: Verspätetes Gepäck auf Kreuzfahrt rechtfertigt Minderung

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Wer bei einer 12-tägigen Kreuzfahrt fünf Tage auf sein Gepäck warten muss, darf den Reisepreis um 30 Prozent pro Reisetag mindern. Ersatz der entgangenen Urlaubsfreude gibt es jedoch nicht.

Ein Ehepaar hatte eine 12-tägige Mittelmeerkreuzfahrt gebucht. Es stach jedoch zunächst ohne Gepäck in See. Die Koffer kamen mit 5-tägiger Verspätung an Bord. Die frustrierten Passagiere verlangten für diese Beeinträchtigung 90 Prozent des Reisepreises zurück sowie Schadensersatz für vertanen Urlaub. Sie haben wegen der eingeschränkten Garderobe weder an den Abendveranstaltungen noch am Sportprogramm auf dem Schiff teilnehmen können und seien quasi an ihre Kabine gefesselt gewesen, begründeten sie ihre Forderung. Die Einkaufmöglichkeiten an Bord seien äußerst beschränkt gewesen, sodass die Ersatzbeschaffung für fehlende Kleidung und Kosmetikartikel spärlich ausfiel.

Das Amtsgericht München sah dem Grunde nach ebenfalls eine erhebliche Beeinträchtigung der Schiffsreise. Verspätet geliefertes Gepäck stellt einen Reisemangel dar. Jedoch hielt der Richter eine Minderung um 30 Prozent pro Reisetag für gerechtfertigt. Die Passagiere hätten mit der Kleidung vom Anreisetag und den an Bord gekauften Ersatzkleidern durchaus an den Veranstaltungen teilnehmen können.

Aufgrund dieser Minderungsquote gab es auch keinen Ersatz wegen entgangener Urlaubsfreude. Dieser Anspruch setzt eine Minderung von mindestens 50 Prozent des Reisepreises voraus (AG München, Urteil vom 6. 2. 2009, Az. 132 C 20772/08).

Wie Sie mit Reisemängeln umgehen, diese insbesondere "richtig" reklamieren, können Sie in den "Rechtstipps" in Gruppe 10 nachlesen.

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