Reise: Ticketkauf per Kreditkarte darf nicht extra kosten

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Wer seinen Flug online bucht, darf nicht in jedem Fall mit Zusatzgebühren belastet werden. Die Kartenzahlung muss jedenfalls ohne Extragebühr möglich sein.

Der Billigflieger Ryanair verlangte pro Person und einfacher Flugstrecke eine "Zahlkartengebühr". 4 Euro wurden fällig, wenn man mit Kreditkarte zahlte, 1,50 Euro bei anderen Karten. Nur die Bezahlung mit der gebührenpflichtigen "Electron Karte" war gebührenfrei möglich. Diese Karte ist allerdings wenig verbreitet und zudem sehr teuer (hier: Jahresgebühr bis zu 100 Euro). Der Verbraucherzentrale Bundesverband ging im Wege eines Abmahn- und Gerichtsverfahren gegen diese Abzock-Praxis vor.

Die Verbraucherschützer versuchen damit der undurchsichtigen Preisgestaltung beim Online-Flugticketkauf Herr zu werden. Seit November 2008 gilt nämlich aufgrund einer EU-Richtlinie: Preise müssen transparent sein und kostenrelevante Voreinstellungen auf der Internetseite (z. B. für Reiseversicherungsschutz) sind verboten. Doch die Billigairlines versuchen nach wie vor, ihren Kunden durch Zusatzkosten (z. B. für Sitzplatzreservierung) und Extraleistungen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Ein Urteil des Kammergerichts Berlin schiebt dieser Geschäftspraxis nun einen Riegel vor. Die bisherige Bezahlpraxis von Ryanair ist unzulässig. Der Ticketkauf per Kreditkarte darf nicht extra kosten. Ausnahme: Die Airline bietet ein anderes, verbreitetes und kostenfreies Bezahlverfahren an. Die "Electron Karte" fällt nicht darunter (KG, Urteil vom 30. 4. 2009, Az. 23 U 243/08).

Was Sie tun können, wenn bei einer Flugreise von der Buchung bis zum Einchecken etwas schief läuft, lesen Sie die "Rechtstipps" in Gruppe 10.

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