Reise: Sturz beim Kamelritt gehört zum allgemeinen Lebensrisiko

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Wer sich auf ein Kamel setzt, muss damit rechnen, dass das Tier scheut, sich aufbäumt und der Reiter dadurch zu Fall kommt. Der Reiseveranstalter haftet nicht für den Unfall.

Ein Urlauber hatte eine Nilkreuzfahrt gebucht. Die Reise stand unter dem Motto Land und Leute. Das Reiseprogramm sah auch einen Kamelausritt vor. Das Kamel, auf dem der Mann saß, wurde von einem Kamelführer am Zügel geführt. Das Tier stolperte plötzlich, bäumte sich auf und der Mann fiel von dem Tier herunter. Er brach sich dabei die Rippen.

Aufgrund der Verletzung und der Schmerzen konnte er sich während des restlichen Urlaubs nicht bewegen – also weder tauchen noch andere Sportarten betreiben. Für den vertanen Urlaub verlangte er Ersatz in Höhe von rund 3.400,00 € vom Reiseveranstalter. Dieser müsse für das Verhalten des Kameltreibers einstehen. Der Mann habe den Sturz nicht zu verhindern versucht.

Das Amtsgericht München stellte sich auf die Seite des Veranstalters. Dieser haftet nicht für die Risiken eines Sturzes bei einem Kamelausritt. Scheut ein Kamel und bäumt sich auf, verwirklicht sich das allgemeine Lebensrisiko.

Der Kameltreiber hat in keiner Weise aktiv zum Sturz beigetragen. Darüber hinaus hat der Verletzte nicht vorgetragen, was der Mann hätte tun sollen, um das Aufbäumen des Tieres zu unterbinden. Er haftet deshalb nicht für die Folgen des Unfalls (AG München, Urteil vom 24.6.2015, 111 C 30051/14 ).

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