Reise: Stornierung wegen Arbeitsplatzwechsel nicht versichert

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Ein Arbeitsplatzwechsel zählt nach den Versicherungsbedingungen in der Regel nicht zu den versicherten Ereignissen. Außerdem tritt die Reiserücktrittskostenversicherung nur ein, wenn das versicherte Ereignis ursächlich für die Absage der Reise war.

Eine Frau buchte bereits im Oktober 2008 eine Florida-Reise für den Sommer 2009 und schloss eine Reiserücktrittskostenversicherung ab. Im Februar stornierte sie die Reise und verlangte von der Versicherung den gezahlten Reisepreis zurück.

Sie begründete die Absage mit einem Wechsel des Arbeitsplatzes zum 1. 7. 2009, der genau in die geplante Reisezeit falle. Als neue Mitarbeiterin erhalte sie zum fraglichen Zeitpunkt keinen Urlaub. Später ergänzte die Frau ihre Begründung für den Rücktritt. Sie trug vor, die schwere Erkrankung ihrer Eltern habe sie zum Reiserücktritt bewogen.

Die Versicherung lehnte die Schadensregulierung ab und verwies auf die Versicherungsbedingungen. Versicherungsschutz bestehe nur, wenn die Reise infolge eines der im Kleingedruckten genannten Ereignisse abgesagt werde. Dabei handle es sich um eine abschließende Aufzählung.

Das Amtsgericht Neumünster bestätigte die Rechtsauffassung des Versicherungsunternehmens. Maßgebend sind zum einen die Regelungen im Versicherungsvertrag. Hier war der Fall, eine neue Arbeitsstelle anzutreten und vom neuen Arbeitgeber keine Urlaubsgenehmigung zu erhalten, von den Versicherungsbedingungen nicht abgedeckt. Hingegen wäre die unerwartet schwere Krankheit naher Angehöriger vom Versicherungsschutz umfasst gewesen.

Zum zweiten aber muss das versicherte Ereignis ursächlich für den Entschluss sein, die Reise nicht anzutreten. Hier beruhte der Grund der Stornierung eindeutig auf dem Arbeitsplatzwechsel. Die Krankheit der Eltern wurde als Motiv, von der Reise zurückzutreten, nachgeschoben und nicht stichhaltig vorgetragen. Folge: Die Versicherung muss nicht zahlen (AG Neumünster, Urteil vom 23. 2. 2010, Az. 31 C 750/09, RRa 2010 S. 282).

 

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