Reise: Kleiderordnung im Hotelrestaurant stellt keinen Reisemangel dar

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Kleidervorschriften in einem gehobenen Hotelrestaurant müssen Sie sich als Urlauber beugen. Werden lange Hosen vorgeschrieben, mag das zwar ärgerlich sein, aber noch lange kein Grund, den Reisepreis zu mindern.

Ein Ehepaar hatte eine 10-tägige Pauschalreise auf Kreta gebucht und wohnte in einem gehobenen Hotel. Als die Gäste dort zum Abendessen erschienen, wies der Restaurantchef den Mann darauf hin, er möge seine 3/4-Hose durch eine lange Hose ersetzen. Im Restaurant gelten bestimmte Kleidervorschriften.

Der Urlauber fühlte sich durch diese Aufforderung ungerecht behandelt und bloßgestellt. Er minderte den Reisepreis um ein Fünftel. Der Kleiderzwang stelle einen Reisemangel dar. Darauf sei im Katalog nicht aufmerksam gemacht worden. Hätte er von der Kleiderordnung gewusst, hätte er die Reise so nicht gebucht. Er müsse von Berufs wegen "geschäftsmäßige" Kleidung tragen und lege deshalb im Urlaub besonderen Wert auf ein legeres Outfit.

Das AG München wies die Klage ab. Auf landestypische Besonderheiten müssen Reisende sich einstellen, wenn sie ins Ausland reisen. Sie stellen keinen Mangel der Reise dar.

So ist es in südeuropäischen Ländern durchaus üblich und als allgemein bekannt zu unterstellen, dass abends lange Hosen getragen werden. Auf solche Sitten und Gebräuche muss im Katalog nicht hingewiesen werden. Außerdem wurde hier kein "Business Dress" verlangt, sondern lediglich lange Hosen, die der Reisende auch im Gepäck hatte (AG München, Urteil vom 16. 6. 2010, Az. 223 C 5318/10).

 

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