Reise: Keine Entschädigung bei verpasstem Anschlussflug

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Ein verpasster Anschlussflug ist keine "Nichtbeförderung" im Sinne der EU-Verordnung. Ein betroffener Passagier erhält deshalb keinen Ausgleich. Dies gilt selbst dann, wenn er den Anschlussflug ohne eigenes Verschulden verpasst.

Die Flugreisenden hatten einen Flug von Frankfurt/Main über Paris nach Bogotá gebucht. Die Maschine landete wegen Nebels in Frankfurt und des überfüllten Luftraums in Paris mit 1-stündiger Verspätung. Als die Passagiere am Ausgang für den Anschlussflug eintrafen, wurden sie nicht mehr abgefertigt. Sie konnten deshalb erst am nächsten Tag nach Bogotá weiterfliegen. Von der Fluggesellschaft verlangten sie deshalb eine Entschädigung wegen Nichtbeförderung. Die Airline verweigerte die Zahlung. Auf einen verspäteten Zubringerflug sei die Vorschrift der EU-Verordnung nicht anwendbar.

Der Bundesgerichtshof hatte deshalb zu entscheiden, ob es sich um eine entschädigungspflichtige "Nichtbeförderung" im Sinne der EU-Fluggast-Verordnung handelt, wenn ein Fluggast einen Anschlussflug nicht erreicht, weil der - gemeinsam mit dem Anschlussflug gebuchte - Zubringerflug erheblich verspätet erfolgt. Er verneinte dies. Die Nichtbeförderung setzt voraus, dass einem Fluggast beim Einchecken der Einstieg verweigert wird, beispielsweise bei einem überbuchten Flug. Hier lagen die Dinge anders, weil die Reisenden beim Check-in gar nicht erschienen waren. Dass sie diesen Umstand nicht verschuldet haben, spielt dabei keine Rolle (BGH, Urteil vom 30. 4. 2009, Az. Xa ZR 78/08).

Wenn Sie mehr über die sogenannten Fluggastrechte erfahren wollen, lesen Sie die "Rechtstipps", Gruppe 10.

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