Reise: Kein Schadensersatz wegen Vulkanasche

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Wer wegen Vulkanaschewolken nicht aus dem Urlaub zurückfliegen kann, hat keinen Anspruch auf Ersatz für vertanen Urlaub. Allerdings können Reisende den Reisepreis für den letzten Reisetag mindern.

Die 8-tägige Kreuzfahrt einer Urlauberin begann und endete in Palma de Mallorca. Wegen der Vulkanaschewolke konnte sie aber nicht wie geplant nach Berlin zurückfliegen. Per Bordtelefon des Schiffes informierte sie ihre Angehörigen darüber. Das Gespräch kostete 81,74 Euro. Für eine weitere Übernachtung wurde sie in einem Hotel untergebracht und musste dafür 50,- Euro bezahlen.

Der Reiseveranstalter bot danach seinen Kunden an, sie zunächst per Schiff für 200,- Euro nach Marseille zu bringen. Von dort ging es in einer 19-stündigen, kostenlosen Busreise nach Berlin zurück. Damit war die Frau zunächst einverstanden. Wieder zuhause verlangte sie aber ihre Auslagen für Telefon, Hotel und Rückfahrt sowie den Reisepreis für fünf Tage in Höhe von 909,38 Euro zurück.

Das Amtsgericht Rostock rechnete jedoch anders. Zwar liegt ein gravierender Reisemangel vor, wenn sich die Rückreise um mehrere Tage verschiebt und der Urlauber statt zwei Stunden per Flugzeug 19 Stunden per Bus unterwegs ist. Dieser Mangel berechtigt zur Minderung des Reisepreises. Aufgrund der Schwere des Mangels ist hier der gesamte Tagespreis für den Rückreisetag zu erstatten. Der Frau stehen demnach 181,88 Euro zu.

Hingegen gibt es keinen Ersatz für nutzlos aufgewendete Urlaubszeit. Dafür haftet der Veranstalter nicht. Die Sperrung des Luftraums wegen der Vulkanaschewolke ist ein Fall höherer Gewalt, an dem den Veranstalter keine Schuld trifft. Deshalb muss er der Urlauberin auch nicht die Kosten für das Telefonat, die zusätzliche Übernachtung und die Fähre nach Marseille zurückzahlen (AG Rostock, Urteil vom 4. 2. 2011, Az. 47 C 410/10, VuR 2011 S. 229).

 

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