Reise: Ihre Rechte bei einem (drohenden) Fluglotsenstreik

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Nachdem noch im August ein Fluglotsenstreik in letzter Minute verhindert werden konnte, stehen am Mittwoch die Zeichen nun doch auf Streik. Auch wenn die Beteiligten sich noch gesprächsbereit zeigen, sollten Sie als Flugreisender wissen, was bei streikbedingten Problemen im Flugverkehr auf Sie zukommt.

Informieren Sie sich rechtzeitig und fortlaufend - am besten vor Ort

Auch wenn gestreikt wird, sollten Sie sich auf den Weg zum Flughafen machen. Vor Ort kann schneller auf mögliche Flugausfälle oder Verschiebungen reagiert werden (z. B. Umbuchungen). Mitunter gibt es auch einen "Notflugplan".

Außerdem sollten Sie sich frühzeitig mit Ihrer Airline in Verbindung setzen. Auf den Internetseiten der Fluggesellschaften finden Sie fortlaufend aktualisierte Informationen und auch die entsprechenden Rufnummern der Service-Hotlines.

Als Flugreisender ist der Ansprechsprechpartner für alle Fragen zum Streik die Fluggesellschaft, bei der Sie gebucht haben. Pauschalreisende wenden sich an ihren Reiseveranstalter.

Welche Rechte haben Sie als Flugreisender?

Die europäischen Fluggastrechte gelten auch bei Fluglotsenstreik. Im Fall von Flugverspätungen oder Flugausfällen stehen Ihnen Betreuungsleistungen zu (z. B. Verpflegung, Telefonate, ggf. Hotelübernachtung mit Transfer zum Hotel).

Zudem haben Sie Anspruch auf kostenlose Umbuchung zu einem anderen Termin oder Sie können verlangen, dass Ihnen der Flugpreis erstattet wird.

Weitergehende Schadensersatzpflichten etwa in Form von Ausgleichszahlungen treffen die Airlines bei einem Fluglotsenstreik jedoch nicht. Auch die Fahrtkosten vom Wohnort zum Flughafen werden Ihnen in keinem Fall erstattet.

Welche Rechte haben Sie als Pauschalreisender?

Sind Sie als Pauschalreisender von einem Fluglotsenstreik betroffen, gilt im Grundsatz: Die Kündigung einer Pauschalreise ist nur zulässig, wenn sie sich bei einem späteren Antritt nicht mehr lohnt (z. B. bei einem Wochenendtrip oder wenn Sie aufgrund des Streiks etwa ein Drittel des Urlaubs verpassen). Verzögert sich der Abflug bei längeren Reisen lediglich geringfügig, haben Sie Anspruch auf eine anteilige Reisepreisminderung.

Eine Entschädigung für entgangene Urlaubsfreude gibt es in diesem Fall nicht. Die Airlines können sich auf "höhere Gewalt" berufen.

Können Sie vor dem geplanten Flugtermin den Flug absagen?

Eine Streikandrohung der Fluglotsen gilt in der Regel als Rücktrittsgrund. Ob Sie allerdings den Ticketpreis erstattet bekommen oder Ihnen ein Gutschein ausgestellt wird, hängt von der jeweiligen Airline ab. Informieren Sie sich rechtzeitig bei Ihrer Fluggesellschaft oder dem Reiseveranstalter.

 

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