Reise: Harmloser Virus am Urlaubsort berechtigt nicht zur Kündigung

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Da das Chikungunya-Virus als harmlos einzustufen ist, liegt kein Kündigungsgrund wegen höherer Gewalt vor. Die Reisenden müssen die Stornokosten bezahlen.

Ein Ehepaar buchte im November eine Flugpauschalreise nach Mauritius für knapp 2.900 Euro. Zehn Tage vor Reiseantritt kündigten die Urlauber den Reisevertrag. Sie hatten erfahren, dass auf Mauritius das Chikungunya-Fieber grassierte. Das Reisebüro überwies allerdings nur 1.304 Euro und behielt (wie einem normalen Rücktritt üblich) 30 % des Reisepreises als Stornogebühr ein.

Damit war das Ehepaar nicht einverstanden. Es berief sich auf das Vorliegen höherer Gewalt, das zur Kündigung berechtige. Das Fieber habe sich epidemieartige verbreitet, und es sei ein Todesfall nach der Erkrankung bekannt geworden. Da die Ehefrau an einer chronischen Atemwegserkrankung leide, sei ihr das Infektionsrisiko auf der Reise nicht zumutbar gewesen.

Das Amtsgericht München stellte jedoch nüchtern fest: Bricht am Urlaubsort eine harmlose Viruserkrankung aus (hier: Chikungunya-Virus), ist das kein Grund den Reisevertrag zu kündigen. Wer wegen des Infektionsrisikos in solchen Fällen lieber zu Hause bleiben möchte, kann seine Reise stornieren. Allerdings muss er dann auch die dafür anfallenden Kosten übernehmen (AG München, Urteil vom 31. 8. 2007, Az. 222 C 20175/06, RRa 2008 S. 132).

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