Reise: Bei unterlassener Rückbestätigung kein Ersatz für verpassten Flug

 - 

Wer seinen Flug verpasst, weil er diesen nicht vertragsgemäß rückbestätigt, hat keinen Anspruch auf Schadensersatz. Nehmen Sie deshalb den Hinweis in den Flugunterlagen ernst: Reconfirm your flight!

Ein Ehepaar hatte einen Charterflug von München auf die griechische Insel Kos und zurück gebucht. Laut Vertragsunterlagen mussten sie ihren Rückflug in den letzten drei Tagen vor Abflug bestätigen. Der Mann hatte zunächst seine Vermieterin auf Kos beauftragt, den Rückflug bestätigen zu lassen, was dieser jedoch nicht gelang. Dann versuchte er selbst innerhalb von zwei Stunden vier Mal vergeblich, den Flug zu bestätigen. Das lag unter anderem daran, dass er die falsche Flugnummer angab. Schließlich hatte sein Sohn von zu Hause die Fluggesellschaft angerufen. Diese, so behauptete der Mann, habe mitgeteilt, der Flug sei auf den folgenden Abend verlegt worden.

Als das Ehepaar zur angegebenen Zeit einchecken wollte, stand es nicht auf der Passagierliste. Es flog letztendlich erst eine Woche später nach Deutschland zurück. Die Reisenden verlangten deshalb die Kosten des Rückflugs und der zwischenzeitlich notwendigen Unterkunft von der Fluggesellschaft ersetzt.

Nach der Entscheidung des Landgerichts Hannover blieben sie jedoch auf ihren Kosten sitzen. Schadensersatz gibt es nur, wenn die Fluggesellschaft entweder im Rahmen der Rückbestätigung eine falsche Flugzeit angibt oder für die Rückbestätigung nicht erreichbar war. Beides war hier nicht der Fall. Vielmehr sind die Reisenden selbst für den Schaden verantwortlich. Die Bemühungen des Mannes, den Rückflug zu bestätigen, waren nicht ausreichend. Die vier Anrufversuche überschreiten nicht die Grenze des Zumutbaren. Außerdem geht zu seinen Lasten, dass er eine falsche Flugnummer angegeben hat.

Schließlich hält die behauptete fehlerhafte Flugbestätigung gegenüber dem Sohn keiner rechtlichen Prüfung Stand. Dazu hätten die Flugreisenden darlegen müssen, wann der Sohn mit wem unter welcher Telefonnummer was besprochen hat (LG Hannover, Beschluss vom 25. 8. 2008, Az. 1 S 19/08).

Weitere News zum Thema

  • Virusinfektion während einer Pauschalreise ein Reisemangel?

    [] Erkrankt ein Pauschalreisender im Hotel, ist nur dann von einem Reisemangel auszugehen, wenn die Ursache für die Erkrankung im Verantwortungsbereich des Reiseunternehmens liegt. Für eine Virusepidemie unter den Gästen ist das Hotel verantwortlich ist, wenn nachgewiesen ist, dass mindestens 10 % der Gäste daran erkrankt sind. Das muss im Streit der erkrankte Reisende nachweisen. mehr

  • Flugreise: Entschädigung gibt es nur direkt von der Airline

    [] Nationale Beschwerdestellen wie beispielsweise das deutsche Luftfahrtbundesamt sind nicht dafür zuständig, den Anspruch einzelner Flugpassagiere auf eine Fluggastentschädigung durchzusetzen (z.B. im Fall einer Flugverspätung). Betroffene Passagiere müssen sich deshalb mit ihren Forderungen direkt an die jeweilige Fluggesellschaft wenden. mehr

  • Bei Verspätung nach Todesfall muss Airline nicht zahlen

    [] Stirbt ein Passagier an einem Herzinfarkt im Flugzeug und kommt es dadurch zu einer erheblichen Verspätung, steht den anderen Fluggästen keine Ausgleichszahlung zu. Ein Todesfall ist ein sogenannter außergewöhnlicher Umstand , der die Fluggesellschaft von der Zahlungspflicht entbindet. mehr

  • AGB zur Änderung von Reisedaten im Flugschein muss eindeutig sein

    [] Einige Klauseln in den AGB der Lufthansa sind unwirksam, weil sie nicht transparent sind und Passagiere somit unangemessen benachteiligt werden. So darf die Airline beispielsweise keine Gebühren für die Korrektur eigener Fehler in den Reisedaten des Flugscheins verlangen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.