Pauschalreise: Unfall anlässlich Kamelritt ein Reisemangel

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Ein Reiseveranstalter muss sicherstellen, dass der angebotene Kamelritt ordnungsgemäß durch seine Erfüllungsgehilfen vor Ort durchgeführt wird. Andernfalls liegt ein Reisemangel vor. Der Reisende kann Schadensersatz und Schmerzensgeld verlangen, wenn der Kameltreiber beim Aufsteigen auf das Tier nicht hilft.

Ein Ehepaar hatte eine Pauschalreise gebucht, die einen Kamelritt enthielt. Das Aufsteigen auf das Kamel bedurfte mehrerer Anläufe und endete für den Touristen mit einem folgenschweren Unfall. Der Mann wurde vom Kameltreiber angewiesen, auf das Kamel aufzusteigen. Der Beduine entfernte sich aber danach, ohne dafür zu sorgen, dass das Kamel am Boden liegen blieb.

Gerade als der Mann sein Bein über das Kamel schwingen wollte, erhob sich das Tier. Der Reisende verletzte sich dabei so schwer, dass er den Urlaub abbrechen musste. Es folgten mehrere Operationen, lange Klinikaufenthalte und eine Reha. Er verlangte vom Reiseveranstalter Schadensersatz und Schmerzensgeld und die Absicherung weiterer Schäden.

Das Oberlandesgericht Koblenz sprach ihm dies zu. Es liegt ein Reisemangel vor, wenn der in der Reisebeschreibung angebotene Kamelritt bei den Beduinen nicht in der gebotenen Art und Weise durchgeführt wird. Der Veranstalter muss sich hierbei das Verschulden seiner Erfüllungsgehilfen zurechnen lassen.

Der Kameltreiber hat dafürzu sorgen, dass der Tourist gefahrlos auf das Kamel aufsitzen kann. Er muss davon ausgehen, dass Mitteleuropäer im Umgang mit Reitkamelen unerfahren sind. Deshalb durfte er sich nicht entfernen, nachdem er den Reisenden angewiesen hatte, auf das Kamel aufzusitzen. Er hätte vielmehr Hilfestellung leisten und gewährleisten müssen, das das Tier liegen bleibt, bis der Mann sicher sitzt (OLG Koblenz, Urteil vom 4.11.2013, 12 U 1296/12 ).

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