Online-Buchung: Gefahr des "Verklickens" trägt der Reisekunde

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Gleichnamige Reiseziele sind keine Seltenheit. Deshalb gilt: Aufgepasst bei der Online-Buchung von Flugtickets. Das Risiko, sich versehentlich zu "verklicken" und am falschen Ort zu landen, trägt der Kunde.

Ein Familienvater wollte über das Internet-Portal des Anbieters vier Flüge von Stuttgart nach San Jose (USA) buchen. Versehentlich klickte er als Flugreiseziel das gleichnamige San Jose an, das in Costa Rica liegt. Auf das ausgewählte Reiseziel wurde im Rahmen des Buchungsvorganges nicht mehr hingewiesen. Die Buchungsbestätigung enthielt nur die internationalen Flughafenkürzel (hier: "San Jose (SJO)". Auch die Rechnung wies lediglich die Ortsnamen ohne Staatenbezeichnung aus. In der Betreffzeile stand: "Leistung: Nur Flug Publish Mittel-/Südame". Erst beim Einchecken bemerkten die Reisenden den Irrtum. Sie erwarben daraufhin vier neue Tickets von Stuttgart über Atlanta nach San Jose in den USA für rund 9.000 Euro.

Der Mann verlangte vom Betreiber des Internet-Reise-Portals die Umbuchungskosten ersetzt. Er begründete seine Forderung damit, der Betreiber des Portals habe seine vertraglichen Aufklärungspflichten verletzt. Er hätte bei der Buchung, spätestens in der Buchungsbestätigung oder auf der Rechnung nochmals darauf hingewiesen werden müssen, dass er einen Flug nach San Jose in Costa Rica gebucht habe.

Das Landgericht München I sah jedoch keine Pflichtverletzung seitens des Anbieters. Wer eine Reise im Internet bucht, trägt das Risiko einer Fehlbuchung durch falsches Anklicken selbst. Den Portal-Betreiber trifft keine weitergehende Aufklärungspflicht. Er muss den Online-Kunden nicht nochmals auf das von ihm gewählte Reiseziel und die Unterschiede zwischen San Jose in den USA bzw. in Costa Rica hinweisen (LG München I, Urteil vom 17. 6. 2008, Az. 34 O 1300/08).

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