Online-Buchung: Endpreis für Flug muss sofort angezeigt werden

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Eine Airline muss bei Online-Buchungen den Endpreis inklusive aller Steuern und Gebühren sofort und bei allen Flügen anzeigen. Der Kunde muss eine informationsgeleitete Entscheidung treffen können. Der Bundesgerichtshof setzte damit eine Entscheidung des EuGH vom Januar in deutsches Recht um.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte bereits im Jahr 2008 die Fluggesellschaft Air Berlin verklagt und mangelnde Transparenz bei der Preisgestaltung von Online-Angeboten moniert. Die Airline hatte damals mit Flügen ab 99 Cent geworben. Doch wer ein Ticket erwerben wollte, musste Steuern, Flughafengebühren und Kerosinzuschläge draufrechnen – und zahlte am Ende ein Vielfaches des beworbenen Ticketpreises. Der Endpreis pro Person wurde auf der Internetseite nur für einen von der Airline vorausgewählten Flug angegeben oder für die vom Kunden durch Anklicken gewählte Verbindung.

Der Bundesgerichthof hatte den Fall dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt. Die Richter dort entschieden bereits im Januar diesen Jahres, der zu zahlende Endpreis (Flugpreis inklusive Steuern, Flughafengebühren und Kreosinzuschlag) muss im Rahmen eines elektronischen Buchungssystems sofort und bei allen Flügen bei der erstmaligen Angabe ausgewiesen werden (EuGH, Urteil vom 15.1.2015, C-573/13 ).

Der BGH hat dieses Urteil nun in deutsches Recht umgesetzt. Die Anzeigepraxis von Air Berlin in den Jahren 2008 und 2008 verstieß gegen EU-Recht und damit auch gegen deutsches Wettbewerbsrecht. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang allerdings darauf, dass die Praxis der Fluggesellschaften inzwischen geändert wurde (BGH, Urteil vom 30.7.2015, I ZR 29/12 ).

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