Online-Buchung: Airlines müssen Endpreis angeben

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Bei der Online-Buchung eines Fluges ab einem Flughafen der EU muss der Endpreis pro Person für den Kunden auf den ersten Blick inklusive aller Kosten (z.B. Steuern, Flughafengebühren und Kerosinzuschläge) sichtbar sein.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte bereits im Jahr 2008 die Fluggesellschaft Air Berlin verklagt und mangelnde Transparenz bei der Preisgestaltung von Online-Angeboten moniert.

Die Airline hatte damals mit Flügen ab 99 Cent geworben. Doch wer ein Ticket erwerben wollte, musste Steuern, Flughafengebühren und Kerosinzuschläge draufrechnen – und zahlte am Ende ein Vielfaches des beworbenen Ticketpreises. Der Endpreis pro Person wurde auf der Internetseite nur für einen von der Airline vorausgewählten Flug angegeben oder für die vom Kunden durch Anklicken gewählte Verbindung.

Die Verbraucherschützer beanstandeten, die Airline habe die Online-Flugpreise falsch ausgewiesen. Der zu zahlende Endpreis müsse im Rahmen eines elektronischen Buchungssystems schon bei der erstmaligen Angabe ausgewiesen werden.

So sahen es auch die Richter des EuGH. Fluggesellschaften müssen ihren Kunden bei Online-Buchungen von Flügen ab einem EU-Flughafen von Anfang an den Endpreis anzeigen. Das gilt nicht nur für den vom Kunden ausgewählten Flugdienst, sondern auch für alternative Verbindungen, die angezeigt werden.

Der Endpreis bezeichnet nach EU-Recht den Flugpreis einschließlich aller Steuern, Gebühren und Entgelte (EuGH, Urteil vom 15.1.2015, C-573/13 ).

Anmerkung der Redaktion:

Hierbei handelt es sich um ein Grundsatzurteil, an dem sich alle Online-Ticket-Angebote der Fluggesellschaften orientieren müssen. Für Air Berlin gilt, dass die Fluggesellschaft längst ihre Preisangabe-Praxis geändert hat. Auf der entsprechenden Internetseite wird bei der Online-Buchung eine Tabelle mit möglichen Abflugzeiten und den Preisen inklusive Steuern und Zuschlägen angezeigt. Zusätzlich kann man Netto-Flugpreis, Steuern, Treibstoff- und Sicherheitszuschlag einblenden.

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