Neue Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr

Die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr nimmt ihre Arbeit auf. Bahnreisende können bei Zugverspätung oder Zugausfall diese Stelle kostenlos anrufen. Fluggesellschaften sind bislang noch nicht am Verfahren beteiligt.

Die Einrichtung einer Schlichtungsstelle ist im Fahrgastrechtegesetz vorgesehen, das seit dem 29.7.2009 die Rechte von Fahrgästen regelt, die Ärger auf einer Bahnreise erleben.

Jetzt ist es soweit: Seit dem 30.11.2009 können sich Bahnkunden an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr e. V. (söp) wenden, um ihre Beschwerden über Bahnunternehmen im Zusammenhang mit Verspätungen, Annullierungen und Unfällen prüfen zu lassen. Ziel ist es, außergerichtlich eine schnelle Lösung im Streitfall zu finden. Die Schlichtung ist für die Reisenden kostenfrei. Die neu eingerichtete söp löst die bisherige Schlichtungsstelle Mobilität ab.

Schlichtungsstelle für Öffentlichen Personenverkehr
Fasanenstraße 81
10623 Berlin
kontakt@soep-online.de
www.soep-online.de

Im Bereich der Fahrgastrechte bearbeitet die söp vorrangig Fälle aus dem öffentlichen Fernverkehr. Beschwerden aus dem Nahverkehr leitet Sie an die zuständige regionale Schlichtungsstelle weiter, sofern eine solche eingerichtet ist, gegebenenfalls prüft sie auch selbst.

Flugreisende müssen fürs Erste weitgehend alleine klarklommen. Die Schlichtungsstelle Mobilität half bislang bei Ärger auf Flugreisen ebenfalls kostenlos bei der Streitschlichtung. Bei der neu eingerichteten Schlichtungsstelle finden Flugpassagiere (noch) kein Gehör. Denn Fluggesellschafften sind am Schlichtungsverfahren (noch) nicht beteiligt. Betroffene Passagiere sind nun zunächst auf sich selbst angewiesen oder müssen notfalls klagen.

Hilfe Dritter bei der außergerichtlichen Schlichtung gibt es für sie zwar auch - aber nicht mehr zum Nulltarif. (z. B. www.euclaim.de, www.flug-storno.de).

Verbleibender kostenloser Ansprechpartner für Flugreisende ist derzeit das Luftfahrtbundesamt (www.lba.de). Es informiert über die Fluggastrechte und geht auch Beschwerden von Flugreisenden nach (z. B. verhängt es Bußgelder gegen Airlines, die die EU-Verordnung missachten), doch erstreitet man dort keinen Schadensersatz für verärgerte Fluggäste.
Rechtstipp
Wenn Sie mehr über Ihre Rechte als Passagier bei Verspätung, Ausfall oder Annullierung eines Fluges erfahren wollen, lesen Sie in Gruppe 10 der "Rechtstipps".

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