Nachträgliche Änderung der Kreuzfahrtroute kann Reisemangel begründen

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Wird die Reiseroute einer Kreuzfahrt nachträglich erheblich geändert, liegt ein Reisemangel vor, der zur Minderung des Reisepreises berechtigt.

Ein Ehepaar hatte über ein Online-Reisebüro eine Schwarzmeer-Kreuzfahrt zum Preis von 2.600,00 € gebucht. Die Reiseroute mit den Zielhäfen stand fest.

Drei Monate vor Beginn der Reise teilte das Reisebüro mit, die Route sei aufgrund der politischen Situation in der Ukraine geändert worden. Die ukrainischen Häfen würden durch andere Ziele ersetzt. Infolge der Routenänderung verkürzte sich die Reise um gut 1.000 Seemeilen.

Da eine kostenlose Stornierung oder Umbuchung gemäß den AGB des Veranstalters nicht möglich war, bezahlten die Reisenden den restlichen Reisepreis und traten die Kreuzfahrt an. Auf diese AGB wurden sie schriftlich und nachträglich durch das Reisebüro hingewiesen.

Kurz vor der Abreise in Istanbul wurde die Fahrt ins Schwarze Meer aufgrund von Schlechtwetter gestrichen. Die Kreuzfahrt führte nach der neuerlichen Routenänderung durchs östliche Mittelmeer.

Das Ehepaar verlangte nach seiner Rückkehr von der Reise eine Reisepreisminderung in Höhe von 30 % des Reisepreises. Der Veranstalter bot lediglich einen Gutschein für eine Reisepreisermäßigung in Höhe von 50 % auf die Kosten einer anderen Kreuzfahrt mit dem Unternehmen an. Der Streit ging vor Gericht.

Das Amtsgericht München stellte fest, die ursprünglich gebuchte Schwarzmeer-Kreuzfahrt wurde hier zwei Mal abgeändert. Die Route führte am Ende nur durch das östliche Mittelmeer. Damit wurde der Gesamtcharakter der Reise geändert. Dieser Reisemangel rechtfertigt eine Reisepreisminderung in Höhe von 30 % des Reisepreises.

Die Routen-Änderungen sind durch die AGB des Veranstalters nicht gedeckt. Diese sind bei der Online-Buchung nicht wirksam in den Vertrag einbezogen worden. Der Ehemann konnte im Zeitpunkt der Buchung die AGB nicht zur Kenntnis nehmen.

Der Minderungsanspruch entfällt in diesem Fall auch nicht wegen höherer Gewalt. Weder die politische Unruhe in der Ukraine noch das schlechte Wetter beeinträchtigten die Einstandspflicht des Reiseveranstalters (AG München, Urteil vom 26.3.2015, 275 C 27977/14 ).

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