Muezzinruf während Türkeireise kein Reisemangel

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Befindet sich auf einer Türkeireise in der Nähe des Hotels eine Moschee, stellen Muezzinrufe keinen Reisemangel dar. Diese Rufe sind landestypisch für die Türkei und deshalb hinzunehmen.

Ein Ehepaar hatte eine 14-tägige All-Inclusive-Reise in die Türkei gebucht. In der Nähe des Hotels befand sich eine Moschee. Der Muezzin rief - beginnend morgens um 6:00 Uhr - mehrmals für rund fünf Minuten zum Gebet. Die Rufe wurden durch Lautsprecher verstärkt. Die Reisenden fühlten sich durch diese Rufe gestört und verlangten eine Reisepreisminderung.

Das Amtsgericht München bescheinigte ihnen jedoch, dass Muezzinrufe in der Türkei landestypisch sind, vergleichbar mit Kirchenglockengeläut in einem christlichen Land. Deshalb liegt darin kein Reisemangel begründet. Die Reisenden konnten der Reisebeschreibung entnehmen, dass sich das Hotel im Ortszentrum befindet. Deshalb mussten sie mit landestypischen Geräuschen rechnen (AG Hannover, Urteil vom 11.4.2014, 559 C 44/14 ).

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