Kreuzfahrturlauber muss Motorengeräusche hinnehmen

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Ein Schiffsreisender muss die auf einem Kreuzfahrtschiff typischen Motorengeräusche und Vibrationen hinnehmen - auch bei erheblicher Lautstärke. Auf das subjektive Lärmempfinden kommt es hierbei nicht an.

Ein Ehepaar hatte eine Mittelmeerkreuzfahrt gebucht. Es wurde in der gebuchten Kabinenkategorie in einer Kabine am Heck des Schiffes untergebracht. Dort war es erheblich lauter als in anderen Kabinen der gleichen Preiskategorie. Ferner vereitelte Wassernebel am Schiffsheck die Nutzung des Kabinen-Balkons. Außerdem fühlten sich die Reisenden durch Diesel- und Küchengerüche, die in die Kabine zogen, erheblich beeinträchtigt. Im Anschluss an die Reise verlangten Sie vom Kreuzfahrtunternehmen 40 Prozent des Reisepreises zurück.

Das Amtsgericht München entschied jedoch: Die Geräuschkulisse ist kein Reisemangel. Motorengeräusche auf dem Schiff sind typisch und müssen entschädigungslos hingenommen werden - auch wenn sie laut sind. Auf das subjektive Lärmempfinden kommt es hierbei nicht an. Etwas anderes gilt erst, wenn etwa aufgrund eines Motorschadens der Geräuschpegel lauter ist als bei Normalbetrieb. Auch hinsichtlich der monierten Gerüche und des Wassernebels liegt kein Reisemangel vor, der eine Minderung rechtfertigt (AG München, Urteil vom 17. 3. 2008, Az. 242 C 16587/07).
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